Statt weiter im Rampenlicht der schwedischen Debatte zu stehen, plant Thunberg ein neues, nomadisches Leben: „Der Plan ist, aus einem Rucksack zu leben und auf den Küchenböden von Freunden zu schlafen.“ Gleichzeitig absolviert sie ein Fernstudium zur Pflegehelferin und will künftig dorthin gehen, wo sie „am nützlichsten“ sei. Die Aussagen kommen genau rechtzeitig zur Promotion des neuen Dokumentarfilms „Strejkarna“ („Die Streikenden“), der am 15. Mai in den schwedischen Kinos startet und ihre achtjährige Aktivistenkarriere nachzeichnet.

„Nicht mehr sicher in Schweden“

Thunberg beschreibt in dem Gespräch ein wachsendes Gefühl der Unsicherheit. Sie fühle sich nicht länger „trygg“ – also sicher – im eigenen Land. Todesdrohungen und der permanente Hass hätten sie dazu gebracht, die Konsequenzen zu ziehen. Sie habe akzeptiert, „nicht besonders lange zu leben“, wolle aber trotzdem weiterkämpfen, anstatt in „falscher Bequemlichkeit“ zu verharren.

Der schärfste Vorwurf richtet sich gegen die gesellschaftliche Entwicklung in Schweden. Thunberg spricht von einer sich ausbreitenden „fascistvåg“ (Faschistenwelle), die „extrem feindlich“ gegenüber allen sei, „die an Empathie glauben, entsprechend handeln und wollen, dass die Forschung gehört wird“.

Scharfe Kritik in den sozialen Medien

Das Interview erschien Anfang April 2026, wenige Wochen vor dem Kinostart des Dokumentarfilms „Strejkarna“ (Die Streikenden) unter der Regie von Helena Molin. Der Film begleitet Greta Thunberg und andere Fridays-for-Future-Aktivisten über mehrere Jahre – von den ersten Schulstreiks bis zur heutigen Polarisierung der Klimadebatte.

Ob der Rucksack-Plan nur vorübergehend oder dauerhaft ist, lässt Thunberg offen. Ihre Flucht-Aussagen haben derweil in den sozialen Medien für zahlreiche Diskussionen gesorgt. Ein Kommentar fasst die Reaktionen gut zusammen: „På tiden att hon lämnar Sverige“ – übersetzt: „Höchste Zeit, dass sie Schweden verlässt“.

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