In sozialen Medien waren Videos von Panzern und Militärfahrzeugen in der sogenannten Grünen Zone, wo Regierungseinrichtungen und viele Botschaften sind, zu sehen.

Die iranische staatliche Nachrichtenagentur INA berichtete, es handle sich um Festnahmen wegen Vorwürfen der Korruption nach Geständnissen vom früheren Vize-Ölminister Adnan al-Jumaili. In Videos aus der Nacht war zu sehen, wie Spezialeinheiten in einige Häuser bei mutmaßlichen Razzien eindringen. Die Grüne Zone, wo auch hochrangige Politiker mit ihren Familien leben, wurde vorübergehend abgeriegelt.

Örtliche Medien berichteten, mehr als acht Menschen seien festgenommen worden. Teils war von bis zu 15 Festnahmen die Rede, darunter hochrangige Politiker und Beamte. Zu den Festnahmen wurde bislang keine offizielle Stellungnahme abgegeben.

Neuer Regierungschef treibt Kampf gegen Korruption voran

Der neue Ministerpräsident Al-Zaidi hat das Amt erst vor sechs Wochen angetreten und den Kampf gegen Korruption sowie die Veruntreuung öffentlicher Gelder zu einem seiner Hauptanliegen gemacht. Al-Jumaili und ein früherer Gouverneur wurden bereits festgenommen. Ermittler beschlagnahmten laut Berichten bisher Gelder im Wert von umgerechnet 75 Millionen Euro, zudem Dutzende Immobilien, Autos und Goldschmuck.

Neben dem Kampf gegen Korruption könnte es sich einigen Beobachtern zufolge auch um einen Versuch des neuen Regierungschefs handeln, früh in seiner Amtszeit gegen politische Gegner vorzugehen.

Die Grüne Zone ist das faktische Machtzentrum Bagdads. Militäreinsätze sind dort äußerst selten, in vergangenen Jahren kam es in der Umgebung aber immer wieder zu Protesten und gewaltsamen Zusammenstößen. Der Irak ist auch ein Schauplatz im Konflikt der USA und des Irans, der im Land großen Einfluss übt.