Nach dem Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay machte der Bundessprecher der Grünen Jugend seinem Ärger in den sozialen Medien Luft. Auf Threads und Instagram schrieb Bobga: „Du sagst Elfmeter heißt Nervenkitzel, aber was ist das für deine Nachbarin, wenn Fehlschuss bedeutet, dass ihr Mann sie danach zusammenschlägt?“
Damit unterstellte er, dass zahlreiche Männer ihren Frust über das WM-Aus an ihren Partnerinnen ausgelassen hätten – eine Aussage, die sofort heftige Reaktionen auslöste.
Doch damit nicht genug: Bobga griff auch die Fußball-Begeisterung vieler Fans frontal an. Mit deutlichen Worten forderte er: „So und jetzt hängt eure scheiß Deutschland-Flaggen wieder ab.“
Auch über die verschossenen Elfmeter der deutschen Spieler zeigte er sich unverhohlen erfreut. Besonders, dass Kai Havertz und Nick Woltemade scheiterten, kommentierte er mit sichtlicher Genugtuung.
Studien sollen Aussagen stützen
Der Grünen-Politiker verwies zur Begründung seiner Aussagen auf wissenschaftliche Untersuchungen. Demnach steige die Zahl häuslicher Gewalttaten während großer Fußballturniere an. Statt Trainer-Rücktritte zu fordern, sollten sich Männer lieber für besseren Schutz von Frauen und mehr Unterstützung für Frauenhäuser einsetzen, argumentierte Bobga.
Nicht der erste Eklat
Es ist längst nicht das erste Mal, dass der Grünen-Jugend-Chef mit provokanten Aussagen für Schlagzeilen sorgt. Bereits vor wenigen Wochen erklärte er, dass betrunkene Gruppen mit Deutschland-Fahnen bei manchen Menschen Ängste auslösen könnten, weil sie diese mit Rassismus oder sexueller Belästigung verbinden würden.
Schon Anfang des Jahres musste sich Bobga entschuldigen, nachdem er den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder öffentlich mit einer schweren Beleidigung bedacht hatte.
Mit seinen jüngsten Aussagen hat Bobga erneut eine heftige Diskussion entfacht. Während Unterstützer auf das Problem häuslicher Gewalt aufmerksam machen wollen, werfen Kritiker ihm vor, Millionen Fußballfans unter Generalverdacht zu stellen und ein sportliches Ereignis pauschal mit Gewalt in Verbindung zu bringen. Die Debatte dürfte damit noch lange nicht beendet sein.

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