Auf den neuen ORF-Chef wartet allerdings ein schwieriges Erbe. Der Sender steckt in einer Finanzierungskrise, muss in den kommenden Jahren rund 90 Millionen Euro einsparen und kämpft nach zahlreichen Affären um verlorenes Vertrauen. Pig kündigte deshalb einen umfassenden Neustart an. Der ORF müsse digitaler werden, stärker auf Streaming setzen und neue Angebote für junge Menschen schaffen. Zusammengefasst in vier Worten: „Der ORF von morgen.“ Eine Botschaft an die vielen Gebührenkritiker hatte er ebenfalls parat: Die umstrittene Haushaltsabgabe werde bleiben. Das saß.
Image-Reparatur ist notwendig
Besonders heikel dürfte für Pig aber die Wiederherstellung des angeschlagenen Images werden. Nach den Turbulenzen der vergangenen Monate und den Diskussionen rund um politische Einflussnahme steht der Öffentlich-Rechtliche stärker denn je unter Beobachtung. Pig betonte, Vertrauen könne nur durch Glaubwürdigkeit, Kommunikation und gute Entscheidungen zurückgewonnen werden.
Start erst mit 2027
Bis Ende des Jahres bleibt allerdings noch Interimschefin Ingrid Thurnher im Amt. Erst 2027 übernimmt Pig offiziell das Ruder. Dann wird sich zeigen, ob der Mann, den viele als Generaldirektor von des Kanzlers Gnaden sehen, tatsächlich den versprochenen Neustart schafft – oder ob die Debatten rund um Politik, Posten und Gebühren den ORF weiter begleiten werden.

Kommentare
Lädt Kommentare...