Ein 52-jähriger Mann hat ein sechsjähriges Mädchen aus der Nachbarschaft mit Süßigkeiten in seine Wohnung gelockt und vergewaltigt . Trotz der Schwere der Tat wurde der Täter zu lediglich 4,5 Jahren Haft verurteilt – ein Strafmaß, das nun für heftige Reaktionen sorgt.
Tanner: „Hier läuft etwas falsch“
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner äußerte sich in einem Statement zu dem Fall und zeigte sich tief erschüttert. „Man kann sich kaum vorstellen, was dieses Kind erleiden musste. Unter den Folgen wird es sein Leben lang leiden“, so Tanner. Das Urteil habe sie in den vergangenen Tagen intensiv beschäftigt.
Besonders kritisch sieht die Politikerin die Diskrepanz zwischen möglichem und tatsächlichem Strafmaß. „Hier läuft etwas falsch, denn das mögliche Strafmaß wäre mit bis zu zehn Jahren rechtlich viel höher“, betonte sie. Dass dieses nicht ausgeschöpft wurde, sei für viele Menschen nicht nachvollziehbar.
Debatte über Strafmaß gefordert
Tanner stellte dabei auch grundsätzliche Fragen an das Rechtssystem. Während weniger schwere Delikte – etwa im Bereich der Vermögenskriminalität – oft streng geahndet würden, kämen Täter bei schweren Gewaltverbrechen vergleichsweise milde davon. „In manchen Bereichen führen wir die falschen Diskussionen“, so ihre Kritik.
Die Ministerin fordert daher eine breite gesellschaftliche und politische Debatte über die Verhältnismäßigkeit von Strafen – insbesondere bei Verbrechen gegen Leib und Leben. „Wir müssen darüber sprechen, ob solche Taten härter bestraft werden müssen“, erklärte Tanner und kündigte an, sich weiterhin öffentlich für dieses Thema einzusetzen.

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