Vom 16. bis 18. April veranstaltete das türkische Unternehmen Think Fashion das Event in der französischen Hauptstadt. Laut Apollo News versteht sich das Unternehmen als Begründer der „Modest Fashion Week“, die bereits 2016 in Istanbul ihre Premiere feierte und seither unter anderem in Metropolen wie Dubai, Abu Dhabi und Jakarta Station machte.
30 Shows – und ein klares Konzept
Designer aus aller Welt – von Kuwait über Nigeria bis Großbritannien und den USA – präsentierten in Paris ihre Kollektionen. Die Mode folgt dabei einem klaren Prinzip: lange Schnitte, bedeckende Stoffe, Ärmel bis zu den Handgelenken und häufig auch farblich abgestimmte Kopftücher. Insgesamt wurden rund 30 Modenschauen gezeigt.
Begleitend dazu gab es Diskussionsrunden – etwa zur Frage, ob „Modest Fashion“ künftig auch im Luxussegment zum Standard werden könnte. Bilder und Videos der Veranstaltung verbreiteten sich rasch über soziale Medien.
Brisant: Schau in streng reguliertem Frankreich
Besonders brisant ist die Veranstaltung in Frankreich selbst. Das Land hat sowohl die Vollverschleierung im öffentlichen Raum als auch das Tragen von Kopftüchern und Abayas an staatlichen Schulen untersagt.
Dennoch sehen die Organisatoren gerade hier großes Potenzial. Özlem Sahin, Geschäftsführerin des Unternehmens hinter der Fashion Week, sagte der US-Kulturzeitung Hyphen, Paris sei eine der führenden Hauptstädte für Modest Fashion in Europa und ein „schnell wachsender und zunehmend aufgeschlossener Markt“.
Milliardenmarkt mit wachsender Bedeutung
Dass es sich längst nicht nur um ein Nischenthema handelt, zeigt auch ein Blick auf die wirtschaftliche Dimension. Wie Fashion Network berichtete, setzen immer mehr Unternehmen auf „Modest Fashion“, insbesondere rund um den Ramadan. Der Markt soll allein in Südostasien, dem Nahen Osten und Afrika Umsätze von bis zu 144 Milliarden US-Dollar generieren.
Auch in Wien Thema – zwischen Inklusion und Kritik
Dass der Trend längst auch im deutschsprachigen Raum angekommen ist, zeigt ein Beispiel aus Österreich. Wie der ORF berichtete, wurde in Wien bereits eine „Modest Fashion“-Schau unter dem Motto „Our bodies – our business“ im Jahr 2019 von der Designerin Naomi-Afia Günes-Schneider präsentiert.

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