Die Europäische Union plant, Minderjährigen den Zugang zu sozialen Medien EU-weit zu sperren. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bestätigte beim Europäischen KI-Gipfel in Kopenhagen, dass Brüssel „noch diesen Sommer” einen Legislativvorschlag vorlegen könnte – betroffen wären mehr als 65 Millionen junge Europäer.

Von der Leyen sprach bewusst nicht von einem „Verbot”, sondern einem „Delay”: „Ich glaube, wir müssen eine Social-Media-Verzögerung in Betracht ziehen. Je nach den Ergebnissen könnten wir noch diesen Sommer mit einem Gesetzesvorschlag kommen.” Einen konkreten Mindestalter nannte sie nicht.

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„Kinder sollen resilienter werden"

Als Vorbild gilt Australien, das als erstes Land der Welt im Dezember ein Verbot für unter 16-Jährige eingeführt hat. Von der Leyen lobte den australischen Ansatz: „Wir erleben die rasante Geschwindigkeit, mit der Technologie voranschreitet – und wie sie jeden Winkel der Kindheit und Adoleszenz durchdringt.”

Mehrere EU-Mitgliedstaaten preschen bereits national vor. Frankreich beschloss im Jänner 2026 ein Verbot für unter 15-Jährige. Spanien plant ein Verbot ab 16. Österreich will unter 14-Jährige schützen – die Regierung in Wien will nicht zusehen, während Kinder durch soziale Medien „süchtig und krank” werden.

Nicht alle sind dabei: Polen und Estland lehnen eine EU-weite Regelung ab und wollen die Entscheidung bei den nationalen Regierungen belassen.

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Kollision mit Trump vorprogrammiert

Das größte Hindernis könnte aus Washington kommen. Trump drohte bereits, Zölle auf Länder zu verhängen, die US-Tech-Konzerne durch Regulierung „diskriminieren”. Im August schrieb er auf Truth Social: „Digitale Steuern, Gesetze, Regeln oder Vorschriften sind darauf ausgelegt, amerikanische Technologie zu schaden oder zu diskriminieren. Als Präsident werde ich für unsere amerikanischen Tech-Unternehmen eintreten.”

Meta, TikTok, X und Google haben sich bereits gegen ein pauschales Altersverbot ausgesprochen. Googles UK-Chef warnte, das sei nicht der „richtige Ansatz”. Einige Plattformen haben zwar bereits Schutzmaßnahmen für junge Nutzer eingeführt – etwa das Deaktivieren der Autoplay-Funktion – doch ein Totalverbot lehnen sie ab. Die EU-Kommission hat eine Expertengruppe zur Online-Kindersicherheit eingesetzt, deren Abschlussbericht die Grundlage für den Gesetzgebungsprozess bilden soll.