Meinl-Reisinger erklärte, dass „alles, was hier im Nahen Osten, in diesem Krieg, passiert, ganz unmittelbare Auswirkungen auf die Menschen in Österreich hat: auf unsere Wettbewerbsfähigkeit, unseren Wohlstand, auf unsere Preise, aber auch auf das Thema Sicherheit.“ Deshalb sei sie in Riad, um mit Gesprächspartnern auszuloten, wie Österreich einen Beitrag zu einer Deeskalation leisten könne. Wien stehe als Verhandlungsort zur Verfügung. „Es ist nicht unser Krieg, aber es sind unsere Interessen, die auch ganz massiv in Europa betroffen sind“, erklärte sie im Ö1-Morgenjournal.
Alarm-Nacht in Riad: Meinl-Reisinger pocht auf freie Schifffahrt
Die Außenministerin, die am Mittwoch nach Wien zurückkehren soll, berichtete, dass es in Riad „keine ruhige Nacht“ gewesen sei. Es gab Alarme.“ Am Vortag habe sie das Signal vernommen, dass man sich eine starke EU wünsche, die eine Rolle in den Verhandlungen einnehme. Sie selbst hatte in Riad Gespräche mit dem saudi-arabischen Außenminister Faisal bin Farhan Al Saud, dem Generalsekretär des Golfkooperationsrats Jassim Mohammed Al-Budaiwi und dem saudi-arabischen Wirtschaftsminister Faisal F. geführt. Alibrahim und Energieminister Abdulaziz bin Salman Al Saud geführt. Meinl-Reisinger wies darauf hin, dass die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Mittwoch Riad besuchen werde.
Außerdem betonte Meinl-Reisinger, dass nach der Vereinbarung viele Fragen offen seien. Österreich habe kein Interesse daran, dass der Iran über Atomwaffen verfüge und Terrororganisationen unterstütze. Zudem pochte sie auf eine freie Durchfahrt durch die Straße von Hormuz. Es dürfe nicht der Präzedenzfall geschaffen werden, dass ein Land eine so wichtige Handelsroute in Geiselhaft nehmen könne. „Wir brauchen ein Bekenntnis zur Freiheit der Schifffahrt.”
Deutschland will zur Sicherheit der Straße von Hormuz beitragen
Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte die zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Merz teilte mit, die deutsche Bundesregierung danke Pakistan für die Vermittlung dieser wichtigen Vereinbarung. „Ziel muss nun sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln. Dies wird sich nur auf diplomatischem Weg erreichen lassen“, fügte er hinzu. Verhandlungen dienten dem Schutz der iranischen Zivilbevölkerung und der Sicherheit in der Region und könnten eine schwere weltweite Energiekrise abwenden. Berlin unterstütze die diplomatischen Bemühungen. „Deutschland wird in geeigneter Weise dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten”, betonte Merz. Ein Hinweis auf den Zeitpunkt und die Art der Beteiligung fehlte allerdings.
Australiens Premierminister: Waffenruhe ist „positive Nachricht”
Auch Australiens Premierminister Anthony Albanese begrüßte die Einigung. Die Entwicklungen könnten zu einem dauerhaften Ende des Konflikts beitragen, durch den rund 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung beeinträchtigt wurden und die Treibstoffpreise stark stiegen. „Das sind positive Nachrichten. Wir haben seit einiger Zeit zu einer Deeskalation aufgerufen“, sagte Albanese dem Sender Sky News. „Wir sehen bereits erhebliche Auswirkungen eines Krieges, der auf der anderen Seite der Welt stattfindet – hier in Australien wie für Menschen weltweit.“ Der Regierungschef fügte hinzu: „Das ist sehr positiv, und wir hoffen, dass es zu einer dauerhaften Deeskalation und einem Ende des Konflikts führt sowie zu einer Lösung, die es der Welt ermöglicht, wieder nach vorne zu blicken.“
Australien hatte zuletzt angesichts steigender Energiepreise vorübergehend die Kraftstoffsteuer halbiert und Benzin aus Notreserven freigegeben. Das Land gilt als besonders anfällig für globale Lieferstörungen, da es einen Großteil seines Treibstoffs importiert und nur über relativ geringe strategische Reserven verfügt.
Starmer: „Moment der Erleichterung“
Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran sprach der britische Premierminister Keir Starmer von einem „Moment der Erleichterung”. „Zusammen mit unseren Partnern müssen wir alles tun, was in unserer Macht steht, um diese Waffenruhe zu unterstützen und aufrechtzuerhalten“, schrieb Starmer in einem Beitrag auf der Plattform X. Die temporäre Waffenruhe müsse nun in ein „dauerhaftes Abkommen” übergehen. Noch am Mittwoch wird der britische Premierminister in die Golfregion reisen, wie die Downing Street der Nachrichtenagentur PA zufolge ankündigte. Dort wird Starmer mit den Staats- und Regierungschefs der Verbündeten in der Region über diplomatische Bemühungen zur Aufrechterhaltung der Waffenruhe sprechen. Dabei soll es demnach auch um „konkrete Maßnahmen” zur Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus gehen.
Arabische Staaten begrüßen Einigung
Auch mehrere arabische Staaten begrüßten die Einigung, drängen aber auf weitere Diplomatie. „Es ist nun wichtig, die Bemühungen zu intensivieren, um Lösungen zu finden, die die Krise an der Wurzel packen”, teilte das Außenministerium des Golfstaats Oman mit. Ägypten forderte weitere Verhandlungen. Das Aussetzen der US-Militäroperationen sei eine wichtige Chance, die genutzt werden sollte, um Raum für Diplomatie und einen konstruktiven Dialog zu schaffen, so das Außenministerium in Kairo.
Der Irak erklärte der staatlichen Nachrichtenagentur INA zufolge, die Waffenruhe trage dazu bei, Spannungen in der Region abzubauen, und man unterstütze alle weiteren Bemühungen für einen Dialog. Nach Ansicht der Vereinigten Arabischen Emirate geht ihr Land als Sieger aus dem Konflikt hervor. Der Berater des Präsidenten der Emirate, Anwar Gargash, schrieb auf X, die Vereinigten Arabischen Emirate hätten einen Krieg triumphiert, den man unbedingt habe vermeiden wollen, und das Land erfolgreich verteidigt.
Die Golfstaaten sind in den vergangenen Wochen immer wieder unter Beschuss aus dem Iran geraten. Die Straße von Hormuz, eine wichtige Meerenge für den globalen Öl- und Gashandel, liegt zwischen dem Iran und dem Oman.

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