Für die Freiheitliche Wirtschaft zeichnen die bekannt gewordenen Protokolle das Bild eines eng verflochtenen Machtapparates zwischen ÖVP und SPÖ. Besonders kritisch sieht die FW den Eindruck eines engen politischen Schulterschlusses zwischen Ruck und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig. Während viele Betriebe mit hohen Energiekosten, wachsender Bürokratie, Rekordabgaben und einer schwachen Wirtschaft kämpfen, hätten politische Netzwerke offenbar Vorrang vor den Sorgen der Unternehmer, heißt es.
„Vertrauen der Unternehmer verspielt“
FW-Generalsekretär Reinhard Langthaler fordert deshalb personelle Konsequenzen. „Walter Ruck hat jede politische Glaubwürdigkeit als Präsident der WK Wien verloren. Wer das Vertrauen der Unternehmer verspielt, kann ihre Interessen nicht länger glaubwürdig vertreten. Deshalb fordern wir seinen Rücktritt“, so Langthaler.
Die Wirtschaftskammer brauche einen „echten Neustart“ – transparent, sparsam und frei von parteipolitischem Filz. Die Unternehmer hätten Anspruch auf eine Interessenvertretung, die ausschließlich ihre Anliegen vertrete und nicht den Eindruck eines politischen Machtapparates vermittle.
Druck ebbt nicht ab
Die veröffentlichten Gesprächsprotokolle hatten in den vergangenen Tagen bereits für heftige politische Reaktionen gesorgt. Mit der Rücktrittsforderung der Freiheitlichen Wirtschaft wächst nun der Druck auf Walter Ruck weiter. Ob der Präsident der Wiener Wirtschaftskammer Konsequenzen zieht, ist derzeit offen.

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