Nun ist es amtlich: Der Nationalrat hat am Dienstag die Einführung von zwei neuen Unterrichtsfächern für die AHS-Oberstufe beschlossen. Künftig sollen Schüler „Medien und Demokratie” sowie „Informatik und Künstliche Intelligenz” belegen. Der Beschluss fiel mit den Stimmen der Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS – die Opposition stellte sich quer.
Dieses Neue Schulfach Kommt Ab 2027 28 Wird Der Stundenplan Umgebaut
, die Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) bereits Ende Jänner losgetreten hatte, als erste Details seines Lehrplan-Umbaus für das Schuljahr 2027/28 durchsickerten. Schon damals war klar: Die neuen Inhalte kommen nicht gratis. Für „Medien und Demokratie” sind laut Reform zwei Wochenstunden vorgesehen, für die um KI erweiterte Informatik eine weitere – und diese Stunden gehen grundsätzlich zulasten der zweiten lebenden Fremdsprache oder von Latein.
Promis Gegen Wiederkehr Streit Um Schulfach Latein Entbrannt
Anfang Februar formierte sich
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– bis hinein in die heimische Geistes- und Wissenschaftselite, die gegen die Latein-Kürzungen protestierte. Auch die FPÖ war von Beginn an auf Konfrontationskurs: Die Freiheitlichen hielten ein eigenes Fach „Medien und Demokratie” für überflüssig und kontraproduktiv – die Inhalte seien längst in mehreren Fächern verankert.
FPÖ wittert „totale Bevormundung"
An dieser Haltung hat sich bis zum Beschluss nichts geändert – im Gegenteil. FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl warf der Regierung vor, mit der Novelle das Niveau der Schulen „nach unten zu nivellieren”, während zu viele Jugendliche schon jetzt nicht einmal die elementarsten Grundlagen beherrschten. Im neuen Fach „Medien und Demokratie” sah er „totale Bevormundung” und den „Startschuss” für politische Indoktrination.
Sein Parteikollege Wendelin Mölzer legte nach: Man müsse sich stärker um die Defizite der Schüler bei den Grundkompetenzen kümmern. Für die FPÖ ist die Stoßrichtung klar – während hochtrabend über KI geredet werde, könnten viele nicht mehr ordentlich lesen, schreiben und rechnen.
Grüne: „PR-Show" ohne bekannte Inhalte
Auch die Grünen, denen die zwei neuen Fächer inhaltlich durchaus gefallen, stimmten dagegen. Der Grund ist entlarvend. Sigrid Maurer (Grüne) bemängelte, dass weder das Stundenausmaß noch der konkrete Inhalt der neuen Fächer bekannt seien – und dass unklar bleibe, für welche Schulstufen sie überhaupt gelten sollen. Ihr Urteil: Das Gesetzespaket sei eine „PR-Show” und reine Ankündigungspolitik, „von der man nicht wisse, was sich dahinter verberge”.
Damit trifft die Opposition einen wunden Punkt. Denn tatsächlich folgen die eigentlichen Lehrinhalte erst per Verordnung. Wiederkehr bestätigte, dass die heutige Gesetzesänderung nur der notwendige erste Schritt sei – erst danach könne die Verordnung zu den Inhalten erlassen werden. Diese werde „bald” in Begutachtung gehen, so der Minister. Beschlossen wurde also zunächst die Hülle, nicht der Inhalt.
Regierung verteidigt den „Kompromiss"
Die Koalition sieht das erwartungsgemäß anders. ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti sprach von einem „sehr guten Kompromiss” und betonte, die zweite lebende Fremdsprache und Latein würden durch die neuen Fächer nicht automatisch gekürzt – die Entscheidung liege bei den einzelnen Schulstandorten. Wiederkehr wiederum verwies auf die gestärkte Schulautonomie: Wer wolle, könne Latein oder Altgriechisch weiter im bisherigen Umfang anbieten.
Ob dieser Verweis auf die Autonomie die Kritiker beruhigt, darf bezweifelt werden. Fest steht: Beschlossen wurde ein Rahmen, dessen konkrete Ausgestaltung noch aussteht.

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