Die Debatte um die geplante Ausweitung der Videoüberwachung in Wiener Neustadt sorgt weiter für Gesprächsstoff. Neben den Oppositionsparteien melden sich nun auch zahlreiche Bürger zu Wort – und die Meinungen könnten unterschiedlicher kaum sein.

Vor allem die zusätzlichen Kameras in der Innenstadt stoßen bei vielen auf Skepsis. „Jetzt werde ich beim Eis essen gefilmt, super“, meinte ein Passant im Gespräch mit exxpress. Ein anderer Bewohner der Allzeit Getreuen zeigte sich noch deutlicher verärgert: „Das beginnt schon wie in China.“ Wieder andere sehen die Maßnahmen differenzierter. „In der Herrengasse finde ich das super, aber mehr muss wirklich nicht sein. Das gibt’s nur hier“, erklärte ein Wiener Neustädter.

Grüne sprechen von „Sicherheits-Boomerang“

Auch politisch bleibt das Thema umstritten. Die Grünen begrüßen zwar die Modernisierung der Überwachung rund um den Hauptbahnhof, sehen die geplanten Kameras in der Innenstadt jedoch kritisch. Klubsprecher Michael Diller warnt vor einem „Sicherheits-Boomerang“: Zu viel Überwachung könne den Eindruck vermitteln, die Innenstadt sei gefährlicher als sie tatsächlich ist. Dadurch könnten Besucher abgeschreckt werden.

NEOS unterstützen den Plan

Die NEOS unterstützen Videoüberwachung grundsätzlich, pochen aber auf klare Regeln, transparente Kosten und eine Evaluierung der Maßnahmen nach spätestens einem Jahr. Zusätzlich brauche es mehr Polizeipräsenz und präventive Sozialarbeit.

Die KPÖ wiederum hält die Debatte um Kameras für zweitrangig. Statt Symptome zu überwachen, müsse die Politik soziale Probleme stärker bekämpfen, um langfristig Sicherheit zu schaffen.