Ob Parks, U-Bahn-Stationen oder große Wohnhausanlagen: Immer wieder kommt es zu Schlägereien, Raubüberfällen, Sachbeschädigungen oder Angriffen auf Passanten. Besonders brisant: Laut den Bezirken geraten immer häufiger Kinder unter 14 Jahren mit der Polizei in Konflikt. Da sie strafunmündig sind, bleiben strafrechtliche Konsequenzen oft aus.

Brennpunkt Favoriten

Besonders angespannt ist die Lage in Favoriten. Rund um den Reumannplatz, den Keplerplatz, den Wielandpark und das Sonnwendviertel häufen sich Gewalttaten. Erst vor wenigen Tagen sorgte eine brutale Scooter-Attacke auf ein Ehepaar im Kurpark Oberlaa für Entsetzen. Favoritens Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) spricht in der „Krone“ von „einer steigenden Gewaltbereitschaft“ und zeigt Verständnis für die Sorgen vieler Anrainer.

Auch sogenannte „bessere“ Bezirke betroffen

Doch längst ist das Problem kein reines Favoriten-Thema mehr. Auch in Brigittenau, Währing und sogar im Nobelbezirk Döbling berichten die Bezirke von zunehmender Jugendgewalt. In der Brigittenau gehen laut Bezirksvorstehung sogar 270 Straftaten auf das Konto eines einzigen, noch nicht 14-jährigen Tatverdächtigen.

Jugend der Täter als Warnsignal

Besonders besorgniserregend sei, dass die Täter immer jünger und gleichzeitig immer aggressiver werden. Viele Bezirkspolitiker sehen darin nicht nur ein Sicherheitsproblem, sondern auch ein gesellschaftliches Warnsignal. Gleichzeitig kritisieren sie, dass die bekannten jugendlichen Täter oft bezirksübergreifend unterwegs sind und die Möglichkeiten der Bezirke begrenzt bleiben.

Die Forderung ist klar: Mehr Polizeipräsenz an bekannten Hotspots und rasche Maßnahmen gegen die eskalierende Jugendkriminalität. Denn für viele Bezirkschefs ist klar: So könne es in Wien nicht weitergehen.