Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) hat ihren ägyptischen Amtskollegen Badr Abdelatty zu einem Arbeitsbesuch in Wien empfangen. Im Fokus der Gespräche standen die Zusammenarbeit in der Migrationspolitik, neue Wirtschaftsabkommen sowie die angespannte Lage im Nahen Osten. Es war der erste Besuch eines ägyptischen Außenministers in Österreich seit acht Jahren.

Ein zentrales Ergebnis des Treffens ist ein neues Luftverkehrsabkommen, das die Voraussetzungen für zusätzliche Direktflugverbindungen zwischen Österreich und Ägypten schaffen soll. Nach Angaben des Außenministeriums reisen jährlich mehr als 150.000 Österreicher nach Ägypten. Die bessere Anbindung soll den Tourismus ebenso fördern wie wirtschaftliche Kontakte.

Kampf gegen illegale Migration

Auch das Thema Migration spielte eine wichtige Rolle. Beide Länder wollen ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen illegale Migration und gegen Schlepperkriminalität weiter ausbauen. Meinl-Reisinger bezeichnete Ägypten als wichtigen Partner und verwies auf das bestehende Migrations- und Mobilitätsabkommen. Dieses trage nach ihren Angaben bereits Früchte. Erstmals würden mehr Abschiebungen als neue Asylanträge verzeichnet.

Neben Migration und Wirtschaft wurde auch die kulturelle Zusammenarbeit vertieft. So unterzeichneten das Kunsthistorische Museum und der ägyptische Supreme Council of Antiquities eine Absichtserklärung für gemeinsame Ausstellungen und wissenschaftliche Kooperationen.

Verbindungen sollen gestärkt werden

Breiten Raum nahm außerdem die Lage im Nahen Osten ein. Ägypten spiele als Vermittler in der Gaza-Krise sowie bei diplomatischen Bemühungen in Libyen und im Sudan eine zentrale Rolle, betonte Meinl-Reisinger. Österreich wolle diese Zusammenarbeit weiter stärken. Darüber hinaus soll auch der wirtschaftliche Austausch ausgebaut werden: Ägypten gilt als zweitwichtigste Exportdestination österreichischer Unternehmen in Afrika, mehr als 500 heimische Betriebe sind dort aktiv.