Demnach wollen 74 Prozent der Haushalte mit Kindern die bisherige freie Aufteilung der Karenz beibehalten. Nur 20 Prozent unterstützen eine verpflichtende Halbierung zwischen Mutter und Vater. Auch österreichweit ist die Skepsis groß: 65 Prozent der Bevölkerung lehnen das Modell ab, lediglich 24 Prozent sprechen sich dafür aus.

„Jedes Paar trifft die Entscheidung für sich“

Interessant: Männer stehen dem Vorschlag deutlich offener gegenüber als Frauen. Während 28 Prozent der Männer eine verpflichtende Aufteilung begrüßen, sind es bei den Frauen nur 20 Prozent.

Familienministerin Claudia Bauer sieht die Entscheidung bei den Eltern: „Jedes Paar trifft die Entscheidung für sich, ob es Kinder möchte und wenn ja, wie es sich das aufteilt. Die Politik hat Möglichkeiten zu schaffen, nicht vorzuschreiben.“

Zugleich betont Bauer, dass echte Väterbeteiligung weit über die Karenz hinausgehe. Viele Paare würden zwar gleichberechtigt starten, im Alltag aber oft wieder in klassische Rollenbilder zurückfallen. Entscheidend seien daher bessere Rahmenbedingungen – insbesondere der Ausbau der Kinderbetreuung mit passenden Öffnungszeiten.