Die US-Regierung bereitet offenbar neue Leitlinien für besonders leistungsstarke KI-Modelle vor. Wie die Financial Times unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen berichtet, befinden sich die Verhandlungen mit führenden Unternehmen der Branche bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Eine offizielle Vorstellung der neuen Regelungen könnte demnach bereits in den kommenden Tagen erfolgen.
Geplant sind freiwillige Standards, die den Umgang mit den leistungsfähigsten KI-Systemen vereinheitlichen sollen. Dabei geht es unter anderem um Kriterien für die Einführung neuer Modelle, Sicherheitsanforderungen sowie die Frage, welche Nutzergruppen im In- und Ausland Zugang zu besonders leistungsfähigen Systemen erhalten sollen.
Geheimdienst soll bei KI-Standards mitwirken
An der Ausarbeitung der neuen Vorgaben sollen mehrere staatliche Stellen beteiligt sein. Neben dem neu geschaffenen Center for AI Standards and Innovation soll nach Informationen der Financial Times auch die National Security Agency (NSA) eingebunden werden.
Erste KI-Modelle bereits eingeschränkt
Die Debatte kommt nicht überraschend. Bereits Mitte Juni hatte die US-Regierung den KI-Entwickler Anthropic angewiesen, den Zugriff auf seine besonders leistungsfähigen Modelle „Mythos 5“ und „Fable 5“ für ausländische Staatsangehörige einzuschränken.
Da sich diese Vorgabe technisch nicht ohne Weiteres umsetzen ließ, sperrte Anthropic beide Modelle zunächst vollständig. Erst nach intensiven Gesprächen mit den Behörden durfte „Mythos 5“ später wieder für einen begrenzten Kreis ausgewählter Unternehmen freigeschaltet werden. Das Modell „Fable 5“ wurde nun ebenfalls wieder in begrenztem Umfang freigegeben.
Auch OpenAI reagierte zuletzt auf entsprechende Forderungen aus Washington und beschränkte die Einführung seines neuesten KI-Modells zunächst auf einen kleinen Kreis vertrauenswürdiger Partnerunternehmen.
Europa blickt mit Sorge auf die Entwicklung
Die amerikanischen Maßnahmen sorgen inzwischen auch außerhalb der USA für Unruhe. Viele europäische Unternehmen sind bei modernen KI-Anwendungen nahezu vollständig auf US-Anbieter angewiesen. Sollten Washington künftig stärker darüber entscheiden, welche Modelle veröffentlicht werden und wer Zugriff erhält, könnte dies auch erhebliche Auswirkungen auf den europäischen Technologiesektor haben.

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