225.883 Grazer waren am Sonntag zur Wahl aufgerufen – das Ergebnis der ersten Hochrechnung ist eindeutig. Laut der Foresight-Hochrechnung im Auftrag des ORF holt die KPÖ mit Bürgermeisterin Elke Kahr erneut den ersten Platz, die ÖVP landet auf Rang zwei. Während die FPÖ leichte Zugewinne verbuchen konnte, mussten die Grünen starke Verluste hinnehmen. Besonders bitter fiel das Ergebnis für die SPÖ aus, die ihr historisch schlechtestes Resultat einfuhr. Auch die NEOS verloren leicht. Auffällig war die niedrige Wahlbeteiligung – als mögliche Gründe wurden Hitze, das Formel-1-Wochenende in Spielberg und ein Fußballspiel genannt.
Kahr jubelt – Kampus räumt Niederlage ein
Bei den Siegern war die Freude groß. „Wir haben unser Bestes in diesen fünf Jahren gegeben”, sagte KPÖ-Spitzenkandidatin Elke Kahr, die mit dem Ausmaß des Zuwachses selbst nicht gerechnet hatte: „Ziel war es, das Ergebnis zu halten oder ein bisserl dazuzugewinnen. Aber in dem Ausmaß habe ich nicht damit gerechnet.”
Ganz anders die Stimmung bei der SPÖ: Spitzenkandidatin Doris Kampus sprach von einer „großen Enttäuschung” und einem „schwierigen Tag”. Ihr Angebot, sich „um mehr Gesundheit und Pflege” zu kümmern, sei nicht angenommen worden. „Ich übernehme die Verantwortung”, so Kampus, die interne Gespräche ankündigte.
FPÖ stolz auf Zugewinn – ÖVP gesprächsbereit
FPÖ-Spitzenkandidat Rene Apfelknab zeigte sich zufrieden: „Wir haben doch einen Zugewinn gemacht, auf den bin ich sehr stolz.” Dass die FPÖ auf Stadtebene nicht so stark wie auf Landesebene abschnitt, erklärte er mit den Besonderheiten von Graz und der niedrigen Wahlbeteiligung.
ÖVP-Spitzenkandidat Kurt Hohensinner gratulierte Kahr, die den Bürgermeisterbonus „voll ausgespielt” habe, und signalisierte Gesprächsbereitschaft: „Für uns war immer klar, dass wir gesprächsbereit sind.”
Grünen-Vizebürgermeisterin Judith Schwentner wertete ihr Ergebnis trotz Verlusten als „solide” und will weiter mitgestalten. NEOS-Spitzenkandidat Philipp Pointner, dem ein drittes Mandat zu entgleiten droht, kündigte an, ein „Stachel im Fleisch der Mächtigen” bleiben zu wollen.

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