Im Zentrum steht die Frage, welche Medien künftig von den staatlichen Förderungen profitieren sollen. Die ÖVP in Person von Generalsekretär Nico Marchetti fordert, dass auch Gratiszeitungen Geld aus dem neuen Fördersystem erhalten. Die SPÖ sieht das offenbar kritischer. Beide Seiten betonen zwar, man befinde sich noch in Gesprächen – gleichzeitig schieben sich die Koalitionspartner gegenseitig die Verantwortung für die Verzögerung zu.
Verzögerung befürchtet
Eine Nichteinbeziehung der Gratismedien wäre grob wettbewerbs- und EU-rechtswidrig, schreibt oe24.at. Damit könnte – laut Insidern – das gesamte Paket vor der EU nicht halten und sich aufgrund einer “vertieften EU-Prüfung” verzögern.
Viel Geld im Spiel
Dabei geht es um beachtliche Summen: Ab 2027 sollen jährlich 25 Millionen Euro in die Zustellung von Tages- und Wochenzeitungen fließen. Damit soll sichergestellt werden, dass Printmedien auch in abgelegenen Regionen weiterhin zugestellt werden können. Zusätzlich soll die Digital-Transformationsförderung, die zuletzt vor dem Aus stand, für 2026 und 2027 mit jeweils 20 Millionen Euro verlängert werden. Vor allem kleinere Medienhäuser sollen künftig leichter an die Fördergelder kommen.
Junge Zielgruppen im Fokus
Auch für junge Zielgruppen ist ein eigener Fördertopf geplant. Mit jährlich sieben Millionen Euro sollen journalistische Angebote unterstützt werden, die Jugendliche mit qualitätsvollen Inhalten erreichen. Parallel dazu will Babler die Mittel für Medienkompetenz massiv erhöhen – statt bisher 700.000 Euro sollen künftig bis zu zehn Millionen Euro zur Verfügung stehen, um den Umgang mit Fake News und Desinformation zu stärken.
Komplett neue Aufstellung geplant
Langfristig plant das Medienministerium sogar einen kompletten Umbau der Medienförderung. Ab 2028 soll das Fördersystem neu aufgestellt werden – mit mehr Unterstützung für unabhängigen Qualitätsjournalismus, digitale Innovationen und journalistische Arbeitsplätze. Bis dahin bleibt das Paket allerdings im Koalitionsstreit hängen. Solange sich SPÖ und ÖVP nicht über die Rolle der Gratiszeitungen einigen, müssen Medienunternehmen weiter auf die dringend erwarteten Millionenförderungen warten.

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