In einigen Regionen Salzburgs sind die Wasserreserven zuletzt deutlich zurückgegangen, während gleichzeitig der Verbrauch steigt. Dazu trägt auch der Wunsch vieler Haushalte bei, sich angesichts der höheren Temperaturen einen eigenen Swimmingpool anzuschaffen.

Nach Ansicht des Präsidenten des Gemeindeverbands, Manfred Sampl (ÖVP), stoßen die Kommunen dadurch zunehmend an ihre Grenzen. Derzeit können private Pools ohne gesonderte Bewilligung errichtet werden, da sie in vielen Fällen nicht unter das klassische Baurecht fallen. Genau das soll sich nun ändern.

Gemeinden wollen künftig mitentscheiden

Sampl spricht sich dafür aus, Gemeinden künftig verpflichtend in die Genehmigung von Pools einzubinden. Nur so könne der Wasserverbrauch besser geplant und gegebenenfalls begrenzt werden.

„Aufgrund der kostbaren Ressource Wasser ist das wichtig. Gemeinden müssen künftig in Bewilligungsverfahren eingebunden werden. Denn nur so ist es möglich, Wassermengen zu begrenzen und Regeln für die Nutzung aufzustellen“, erklärte Sampl gegenüber dem ORF.

Seeham plant besonders strengere Regeln

In der Gemeinde Seeham im Flachgau könnte künftig sogar die Befüllung privater Pools meldepflichtig werden. Wer seinen Pool befüllt und dies nicht bei der Gemeinde anzeigt, müsste mit Sanktionen rechnen.

Möglich machen soll dies die zunehmende Digitalisierung der Wasserversorgung. Über digitale Wasserzähler könne der Verbrauch mittlerweile präzise nachvollzogen werden, erklärte Bürgermeister Christian Altendorfer (ÖVP) zuletzt.

Landesregierung zeigt sich skeptisch

Nicht überall stößt die Forderung nach strengeren Regeln jedoch auf Zustimmung. Der zuständige Landesrat Martin Zauner (FPÖ) äußerte sich zurückhaltend und verwies auf das politische Ziel der Deregulierung. Eine zusätzliche Bewilligungspflicht sei kritisch zu sehen, zumal auch in anderen Bundesländern für die Errichtung privater Pools keine entsprechenden Genehmigungen erforderlich seien.

Tatsächlich stellt sich die Frage, ob neue Genehmigungs- und Meldepflichten die Wasserprobleme langfristig lösen können. Kritiker argumentieren, dass eine zusätzliche Verwaltungsebene vor allem mehr Bürokratie schafft, während der tatsächliche Effekt auf den Gesamtwasserverbrauch begrenzt bleiben könnte.