Anlass ist das im Dezember vom Nationalrat beschlossene Kopftuchverbot für muslimische Mädchen unter 14 Jahren an Schulen – ein Gesetz, das laut VSSTÖ nicht etwa dem Schutz von Kindern dient, sondern schlicht „diskriminierend und rassistisch” sei. Der politische Gegner wird kurzerhand als Verbreiter „antimuslimischer Ressentiments” abgestempelt, die eigene Position als einzig moralisch vertretbare dargestellt.

In gewohnter Manier bedient sich die rote Jugendorganisation dabei der Sprache des Kulturkampfes: Das Verbot sei „Symbolpolitik auf Kosten von Kindern”, ein „Angriff auf Selbstbestimmung und Religionsfreiheit”. Der hohe familiäre und soziale Zwang zum Kopftuchtragen, vor allem in so einem jungen Alter, wird im Beitrag völlig heruntergespielt.

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Kommentar enthüllt Weltbild

Abseits des eigentlichen Postings fiel auch ein Kommentar auf, der unter dem Beitrag des offiziellen VSSTÖ-Kanals sichtbar blieb. Ein Nutzer stellt dort unter Anführungszeichen in Frage, ob die betroffenen Mädchen überhaupt wirklich „Kinder” seien – mit dem Hinweis, dass manche „im jungen Alter Geschlechtsverkehr haben” und „ab 16 trinken dürfen”. Was hier als rhetorische Pointe gemeint sein dürfte, offenbart ein erschreckendes Weltbild: Wer Minderjährigen unter 14 Jahren sexuelle Aktivität unterstellt, um ihr Kindsein argumentativ zu relativieren, betreibt keine politische Debatte mehr – sondern sexualisiert Kinder. Dass dieser Kommentar unwidersprochen unter dem offiziellen Kanal einer politischen Studentenorganisation steht, wirft Fragen auf und enthüllt welche Audienz durch die pro-Kinderkopftuch-Rhetorik angezogen wird.

Kommentar unter dem Instagrampost der Sozialistischen Studenten
Kommentar unter dem Instagrampost der Sozialistischen Studenten

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