Brisant: Die Datenlage ist offenbar lückenhaft. So konnten für mehrere Jahre keine vollständigen Zahlen vorgelegt werden – etwa für den ursprünglich geprüften Zeitraum 2020/21. Auch für 2024 lagen laut Bericht keine ausreichend qualifizierten Daten vor, weshalb teils mit Hochrechnungen gearbeitet werden musste. Bei der Transparenz gebe es daher noch deutlich „Luft nach oben“, wie der Kurier berichtete.
Laut aktueller Berechnung kostet ein städtischer Kindergartenplatz im Schnitt 13.767 Euro pro Jahr. Private Träger erhalten hingegen rund 9.088 Euro pro Kind und Jahr.
Verantwortlich für die Differenz sind unter anderem höhere Aufwendungen der Stadt, etwa für Inklusionsplätze und heilpädagogische Gruppen. Dieser Bereich wird nahezu vollständig von der öffentlichen Hand getragen. Zudem nennt der Rechnungshof Unterschiede beim Personaleinsatz und bei den Öffnungszeiten.
Neben der Einführung einer aktuellen Kostenrechnung empfiehlt der Stadtrechnungshof auch eine laufend aktualisierte Dokumentation. Laut Stadt sei dies bereits in Umsetzung, ebenso wie Anpassungen am Kostenmodell auf Basis externer Prüfungen.
ÖVP beantragte Prüfung
Die Prüfung erfolgte auf Antrag der ÖVP – und sorgt nun für politische Reaktionen. „Der Bericht bestätigt die jahrelange Kritik an fehlender Transparenz und mangelhafter Kostenkontrolle“, erklärte ÖVP-Bildungssprecher Harald Zierfuß. Ein „vernichtendes Zeugnis“ für die zuständige Stadträtin Bettina Emmerling (NEOS) ortete auch FPÖ-Politiker Maximilian Krauss.
Die Grünen wiederum nahmen den Bericht zum Anlass, eine Reform der Förderung privater Kindergärten zu fordern. Diese stellten rund zwei Drittel der Betreuungsplätze und seien eine „tragende Säule“ der frühkindlichen Bildung.

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