Betroffen sind vor allem Arbeitskräfte aus den Philippinen, der Ukraine, China, Vietnam und Indien. Rund 90.000 Menschen aus Nicht-EU-Ländern arbeiten derzeit in Ungarn – laut der Welt vor allem in der Autoindustrie, auf Baustellen, in der Landwirtschaft und bei Lieferdiensten.
Wahlversprechen wird umgesetzt
Magyar hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, den Zustrom von Gastarbeitern einzuschränken. Seine Begründung: Ungarn müssten wieder stärker in Beschäftigung gebracht werden, gleichzeitig wolle er verhindern, dass Unternehmen durch billigere Arbeitskräfte aus dem Ausland die Löhne drücken. Mit einer neuen Regierungsverordnung wird nun die von Ex-Premier Viktor Orbán eingeführte Gastarbeiter-Regelung gestoppt. Neue Bewilligungen gibt es nicht mehr.
Was passiert mit den 90.000 Gastarbeitern?
Offen bleibt allerdings, wie es für jene weitergeht, die bereits im Land arbeiten. Ihre aktuellen Aufenthaltsgenehmigungen bleiben zwar gültig, doch ob diese künftig verlängert werden können, ließ die Regierung vorerst unbeantwortet.
Wirtschaft schlägt Alarm
Die Entscheidung sorgt bereits für Diskussionen. Wirtschaftsvertreter und Arbeitgeberverbände warnen, dass in vielen Branchen Arbeitskräfte fehlen. Ohne ausländische Beschäftigte könnten Produktionsbetriebe und Bauunternehmen zunehmend unter Druck geraten. Magyar hält dennoch an seinem Kurs fest. Neben dem Zuzugsstopp kritisiert er auch das bisherige System der Arbeitsvermittlung, das unter Orbán über Agenturen abgewickelt wurde, die laut Kritikern eng mit dem früheren Machtapparat verbunden waren.
Kurswechsel nach Orbán
Nur wenige Wochen nach seinem Wahlsieg setzt der neue Regierungschef damit eines seiner zentralen Wahlversprechen um. Die Botschaft ist klar: Ungarn will weniger Gastarbeiter – selbst wenn der Wirtschaft dadurch wichtige Arbeitskräfte verloren gehen könnten.

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