Was viele nicht wissen: Der Maria-Theresien-Taler war einst eine der wichtigsten Währungen Afrikas. Geprägt ab 1741, wurde die Silbermünze durch ihr stabiles Gewicht und ihre Fälschungssicherheit zum internationalen Kassenschlager.
In Äthiopien entwickelte sie sich ab dem 18. Jahrhundert sogar zur faktischen Landeswährung. Händler, Bauern, ganze Märkte – alle vertrauten auf das vertraute Gesicht der Habsburgerin. Selbst fremde Mächte produzierten die Münze weiter, nur um handeln zu können.
„Fat Lady“: Spott aus dem Empire
Das Porträt der älteren Herrscherin – mit Witwenhaube und Doppelkinn – sorgte in Großbritannien für Hohn. Dort bekam die Münze einen wenig schmeichelhaften Spitznamen: „Fat Lady“
Doch der Spott änderte nichts am Erfolg: Die Münze blieb bis weit ins 20. Jahrhundert hinein dominierend.
Mussolini brachte Koffer voller Taler
Sogar im Krieg spielte der Taler eine Rolle. Als die Truppen von Benito Mussolini in den 1930ern in Äthiopien einmarschierten, hatten sie kofferweise Maria-Theresien-Taler dabei.
Der Plan: Mit dem vertrauten Geld die Bevölkerung kontrollieren und die Macht festigen.
Verbot – doch bis heute Kult
Erst unter Kaiser Haile Selassie wurde der Taler nach dem Zweiten Weltkrieg verboten. Doch gezahlt wurde damit noch bis in die 1950er. Dann setzte sich der „Birr“ durch – ausgerechnet das Wort für Silber.
Ganz verschwunden ist die Münze nie: In Äthiopien tragen viele Menschen den Taler noch heute als Schmuck oder Glücksbringer. Und auch in Österreich lebt er weiter – die Münze wird bis heute geprägt.
Meinl-Reisinger in Addis Abeba
Außenministerin Meinl-Reisinger reist am Montag nach Addis Abeba. Dort trifft sie unter anderem den EU-Kommissar Jozef Síkela sowie ihren Amtskollegen Gedion Timothewos. Im Fokus: Wirtschaft, Migration und Sicherheit.
Doch im Hintergrund schwingt eine erstaunliche Geschichte mit – als Österreich in Afrika mit Silber regierte.

Kommentare
Lädt Kommentare...