„Ich habe Angst im eigenen Land!“
Fleischmann tastet sich an das Thema Sicherheit für Frauen heran und fragt, ob sie sich nachts in Städten wie Wien, Graz oder Linz sicher fühle. Melissa antwortet sehr direkt, dass sie persönlich nachts nicht allein unterwegs sein wolle: „Ich würde es alleine nicht machen, ganz ehrlich.“ Dabei betont sie, dass es natürlich überall „schwarze Schafe“ gebe, sie persönlich aber Angst empfinde. „Ich habe Angst und ich finde, dass es schade ist, dass man in einem eigenen Land Angst haben muss. (…) Ich fühle mich als Frau allein nicht sicher.“
„Krankenhaus-Schock!“
Melissa Naschenweng packt zudem über geheimen Tiefpunkt aus und spricht über ihre gesundheitlichen Grenzen. Der PR-Experte fragt sie, ob man sich von der Musikindustrie „ausquetschen“ lasse. Daraufhin schildert sie die extremen Belastungen der frühen Karrierejahre – Schlafmangel, Dauerstress, schlechte Ernährung und permanenter Druck. Dann erwähnt sie plötzlich einen offenbar bisher kaum bekannten Tiefpunkt: „Irgendwann, wo ich im Krankenhaus war, habe ich gedacht: So geht’s halt nicht.“ Sie erzählt weiter, dass sie danach gelernt habe, gesünder zu leben, früher schlafen zu gehen und auf sich selbst zu achten.
„Viele Menschen haben es nicht ehrlich mit mir gemeint.“
Naschenweng erzählt offen, dass sie Schwierigkeiten habe, neuen Menschen zu vertrauen, weil sie oft nicht wisse, ob Interesse wirklich ihr als Mensch gelte oder ihrem Erfolg. „Ich tue mir schon schwer, fremden Leuten zu vertrauen. (…) Viele Enttäuschungen, wo man oft gedacht hat: Das hat sich so ernst angefühlt. … Teilweise im Bekanntenkreis, wo man gedacht hat: Das war ja wohl cool.“ Dann sei sie enttäuscht worden. „Ich glaube halt immer wieder an das Gute in den Menschen und das wird meine größte Schwäche sein im Leben.“
„Ich bin absolut kein Produkt der Branche.“
Fleischmann konfrontiert sie mit der oft erzählten Geschichte, die Musikindustrie hätte aus dem „braven Bauernmädel“ bewusst eine weibliche Alpenrock-Figur aufgebaut. Die Sängerin widerspricht entschieden: „Ich bin absolut kein Produkt in dieser Branche, das sich von irgendwem etwas sagen lässt, sondern ich ziehe das durch, wie ich glaube, dass es richtig ist.“
„Bin ein Mensch mit Ängsten, Zweifeln und Einsamkeit.“
Zuletzt wird sie sehr persönlich und beschreibt die Schattenseiten des Ruhms: „Hinter jeder Bühnenfigur versteckt sich ein Mensch mit Ängsten, mit Zweifeln, mit Einsamkeit teilweise. Der Preis ist so hoch, wie man nur eigentlich sollte, sieht ja keiner.“ Weiter: „Man sieht nur das Bühnenlicht und das Glitzer, aber dahinter ist einfach Dauerdruck.“
„Schweißausbrüche!“
„Ich kriege heute noch Schweißausbrüche“, wird die Sängerin emotional, als sie auf ihren Durchbruch und die harten Anfangsjahre angesprochen wird: „Der Weg war ein Wahnsinn. Teilweise war es die Hölle.“ Und später ergänzt sie mit hörbarer Emotionalität: „Wenn ich daran denke, was wir mitgemacht haben, kriege ich heute noch Schweißausbrüche.“ Und warum tut man sich das an? „Für Geld wäre mir der Preis zu hoch.“

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