Wie der ORF berichtete, wurden dabei sowohl eine Vereinbarung zur Verteidigungszusammenarbeit als auch eine Absichtserklärung zum Ausbau der industriellen Widerstandsfähigkeit unterzeichnet. Künftig sollen beide Länder enger bei Luftverteidigung, Artilleriemunition, Drohnen und weitreichenden Waffensystemen kooperieren.
Gemeinsame Entwicklung neuer Waffen
Ein zentraler Punkt der neuen Partnerschaft ist die gemeinsame Entwicklung moderner Militärtechnologie. Deutschland und die Ukraine wollen künftig digitale Gefechtsdaten austauschen, um neue Waffensysteme schneller entwickeln zu können.
Deutschland finanziert außerdem einen Vertrag der Ukraine mit dem US-Rüstungskonzern Raytheon über die Lieferung mehrerer hundert Patriot-Raketen. Zusätzlich seien laut deutschem Verteidigungsministerium weitere Startgeräte für das Luftabwehrsystem IRIS-T vereinbart worden.
Darüber hinaus planen beide Länder eine gemeinsame Produktion von Drohnen mittlerer und großer Reichweite.
„Das ist nur der Anfang“
Selenskyj erklärte bei einem Treffen mit Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius in Kiew, derzeit gebe es bereits sechs gemeinsame Militärprojekte mit Deutschland. „Aber das ist nur der Anfang“, sagte der ukrainische Präsident.
Details zu weiteren Luftabwehrhilfen wollte Selenskyj bewusst nicht nennen. „Lasst das für die Russen eine Überraschung sein“, erklärte er.
Pistorius hob die militärische Bedeutung der Ukraine für Europa hervor. Die Ukraine sei „nicht länger nur ein Konsument von Sicherheit, sondern sie stellt Sicherheit bereit“, sagte der SPD-Politiker.
Strategische Partnerschaft geplant
Auch politisch rücken beide Länder enger zusammen. Die bilateralen Beziehungen sollen künftig auf die Ebene einer „strategischen Partnerschaft“ angehoben werden. Merz sicherte der Ukraine zudem weitere Unterstützung auf ihrem Weg in die EU zu.
Parallel dazu arbeitet die Europäische Union an neuen Strafmaßnahmen gegen Russland. Aus Brüssel hieß es, derzeit werde ein weiteres Sanktionspaket gegen die russische Rüstungsindustrie vorbereitet.
Merz forderte außerdem eine rasche Freigabe des bislang von Ungarn blockierten EU-Kredits über 90 Milliarden Euro für die Ukraine. Sowohl der deutsche Kanzler als auch Selenskyj betonten, dass die finanzielle Unterstützung aus Europa für die Stabilität des Landes weiterhin entscheidend sei.

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