Besonders brisant: Der Ausbau der Verteidigungsfähigkeit war nach dem russischen Angriff auf die Ukraine zu einem der wichtigsten Projekte der Republik erklärt worden. Das Ziel lautete, die Militärausgaben bis 2032 auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung anzuheben. Doch von diesem Vorhaben entfernt sich Österreich nun deutlich. Statt der geplanten Steigerung auf 1,4 Prozent im Jahr 2027 und 1,55 Prozent im Jahr 2028 werden die Ausgaben laut aktuellen Plänen nur bei 1,19 Prozent liegen. Diese Zahlen basieren auf dem neuen „Landesverteidigungsbericht“.

Minus von einer Milliarde Euro 2027, Verdopplung im Jahr darauf

Die Folgen könnten gravierend sein. Schon 2027 klafft laut Bericht eine Finanzierungslücke von mehr als einer Milliarde Euro. 2028 steigt das Minus sogar auf fast zwei Milliarden Euro an. Im Verteidigungsbericht wird deshalb ausdrücklich vor erheblichen Auswirkungen auf die Umsetzung des Aufbauplans gewarnt.

Sparkurs im Land gibt Ausschlag

Damit gerät eines der größten Modernisierungsprojekte des Bundesheeres ins Wanken. Neue Ausrüstung, Infrastrukturprojekte und Personalmaßnahmen könnten sich verzögern oder nur teilweise umgesetzt werden. Hintergrund ist der massive Sparkurs der Bundesregierung, der mittlerweile praktisch alle Ministerien erfasst hat.

Der Wille ist da, das Geld nicht

Während Europa angesichts internationaler Krisen und Kriege verstärkt aufrüstet, steht Österreich nun vor einem heiklen Problem: Der politische Wille zum Ausbau des Bundesheeres ist zwar vorhanden – doch das Geld dafür fehlt zunehmend .