Netzwerk soll EU-Gelder erschlichen haben
Im Zentrum steht ein mutmaßlicher Ring, der über Jahre hinweg Fördergelder mit falschen Angaben kassiert haben soll. Laut griechischer Polizei wurden auf Kreta 20 Personen festgenommen. Zu den Verdächtigen zählen zwei Buchhalter sowie Staatsbedienstete, die Landwirten geholfen haben sollen, Anträge auf Basis falscher Flächenangaben einzureichen.
Schaden soll Millionenhöhe erreicht haben
Die Ermittler sprechen mittlerweile von einem mutmaßlichen Betrug in Höhe von rund 7,5 Millionen Euro im Zusammenhang mit den jüngsten Festnahmen. Zuvor war bereits von illegalen Einnahmen von mehr als drei Millionen Euro seit 2019 die Rede gewesen.
Vorwürfe reichen bis in die Politik
Besonders brisant ist die politische Dimension. Wie ntv berichtete, wurde im griechischen Parlament die Immunität mehrerer Abgeordneter aufgehoben, damit gegen sie ermittelt werden kann. Ihnen wird vorgeworfen, Bauern und andere Antragsteller bei Betrügereien mit EU-Beihilfen unterstützt zu haben.
Olivenhaine auf Militärflughafen
Die mutmaßlichen Methoden wirken teils absurd: Agrarhilfen sollen für angebliche Olivenbäume auf einem Militärflughafen beantragt worden sein. Auch Weideland auf archäologischen Stätten und sogar Bananenplantagen auf dem Olymp sollen in Unterlagen aufgetaucht sein. Erleichtert wurde der Betrug offenbar durch lückenhafte Grundbücher und unklare Eigentumsverhältnisse.
Opposition fordert Neuwahlen
Die Affäre hat in Griechenland bereits Rücktritte von Ministern und Staatssekretären ausgelöst. Die Europäische Staatsanwaltschaft ermittelt seit längerem wegen mutmaßlicher Straftaten gegen die finanziellen Interessen der EU. Die Opposition fordert inzwischen den Rücktritt der gesamten Regierung und vorgezogene Neuwahlen. Regulär würde in Griechenland erst im Frühjahr 2027 gewählt.

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