Der unerwartete Überschuss ist nicht das Resultat sprudelnder Einnahmen, sondern vor allem eine Folge zurückhaltender Ausgabenpolitik. In mehreren Bereichen blieb die Stadt 2025 deutlich unter den ursprünglich vorgesehenen Budgets.
Ein zentraler Faktor dafür war die sogenannte Zwölftelregelung, die über Monate hinweg galt und größere finanzielle Spielräume begrenzte. Hinzu kamen Einsparungen im Personalbereich. Insgesamt wurden rund 4,8 Millionen Euro weniger ausgegeben als geplant.
Bürgermeister Christian Scheider verweist darauf, dass unter anderem ein Aufnahmestopp sowie der Wegfall von 32 Planstellen zur Entlastung beigetragen haben.
Investitionen drehen das Bild ins Minus
Sobald laufende Projekte und Sanierungen berücksichtigt werden, kippt die Bilanz jedoch deutlich. Der Nettofinanzierungssaldo im Gesamthaushalt liegt bei minus 35,7 Millionen Euro.
In diesen Wert fließen unter anderem Ausgaben für Straßenbau, Verkehrsinfrastruktur, Bildungseinrichtungen sowie das neue Alpen-Adria-Sportbad ein.
Das zeigt: Der scheinbare Überschuss basiert vor allem auf kurzfristigen Einsparungen – während langfristige Verpflichtungen weiterhin auf die Finanzen drücken.
Kein Budget für 2026 – politische Blockade hält an
Noch gravierender ist jedoch ein anderes Problem: Für das Jahr 2026 existiert bis heute kein beschlossener Budgetvoranschlag.
Finanzreferentin Constance Mochar betont, dass ein fertiger Entwurf vorgelegt werden könne – doch es fehle an der notwendigen politischen Mehrheit. „Sobald ich eine politische Mehrheit habe, dauert es dann genau fünf Wochen, bis der Budgetentwurf dann im Gemeinderat abgestimmt werden kann“, erklärte sie.
Streit um Investitionen – Verzögerungen mit Folgen
Auch bei Investitionen zeigen sich politische Differenzen. Während Mochar kritisiert, dass bereitgestellte Mittel etwa im Straßenbau nicht vollständig genutzt wurden, verweist die zuständige Referentin Sandra Wassermann auf Verzögerungen bei der Budgetfreigabe.
Ihr zufolge seien entsprechende Projekte erst im September genehmigt worden – zu spät, um sie noch im selben Jahr vollständig umzusetzen.
Schulden steigen – bleiben aber im Vergleich moderat
Parallel zur angespannten Haushaltssituation ist auch der Schuldenstand gestiegen. Zum Jahresende 2025 beliefen sich die inneren Darlehen auf 43,3 Millionen Euro, hinzu kamen 107,8 Millionen Euro an Finanzschulden gegenüber Kreditinstituten.
In Summe ergibt sich ein Schuldenstand von rund 150 Millionen Euro. Im Vergleich zu anderen Landeshauptstädten wird dieser Wert jedoch weiterhin als relativ niedrig eingeschätzt.

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