Nach der Schussattacke beim traditionellen Korrespondenten-Dinner in Washington ist eine heftige Debatte über das Motiv des Täters entbrannt. Auslöser ist eine Stellungnahme von Ex-Präsident Barack Obama, der erklärte, die Hintergründe der Tat seien noch unklar.

„Wir haben noch keine Details über die Motive“, schrieb Obama auf der Plattform X und rief zugleich dazu auf, Gewalt entschieden abzulehnen. Zugleich lobte er den Einsatz der Sicherheitskräfte – ein angeschossener Secret-Service-Agent sei außer Lebensgefahr.

„Eindeutig politisch motivierten Angriff“

Doch diese Einschätzung stößt auf scharfe Kritik. Mehrere Politiker und frühere Regierungsvertreter widersprechen deutlich. Die frühere Sprecherin des Heimatschutzministeriums, Tricia McLaughlin, sprach von einem „eindeutig politisch motivierten Angriff“, getragen von anti-Trump- und anti-christlichen Ansichten.

Auch der frühere Kongressabgeordnete Lee Zeldin kritisierte Obama: Der Täter habe kurz vor der Tat ein Manifest veröffentlicht, in dem er offen erklärte, Vertreter der Trump-Regierung töten zu wollen. „Es ist irreführend, das Motiv infrage zu stellen“, so Zeldin.

Der Verdächtige wurde überwältigt.
Der Verdächtige wurde überwältigt.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 31-jährigen Lehrer aus Kalifornien. Laut Ermittlern verfasste er ein wirres Schreiben, in dem er Gewalt gegen hochrangige Regierungsmitglieder ankündigte.

Der Mann eröffnete im Washington Hilton das Feuer, als er versuchte, in den Ballsaal vorzudringen, in dem Präsident Donald Trump, Vizepräsident JD Vance und weitere Spitzenpolitiker anwesend waren. Sicherheitskräfte überwältigten ihn nach einem Schusswechsel.

Dem Täter drohen nun mehrere Anklagen, darunter bewaffneter Angriff und Gewalt gegen Bundesbeamte.