Ein Instagram-Posting von „1000thingsinvienna“ sorgt derzeit für Kopfschütteln, Empörung und Spott. Beworben wird darin ein Festival mit dem Titel „Muschi isst Wurst“, das am Wiener Würstelstand in der Spittelau stattfinden soll. Schon die Aufmachung ist klar auf Provokation angelegt: Über dem Stand prangt in großen roten Buchstaben der Slogan, darunter posieren mehrere Beteiligte mit Getränken, dazu die Ankündigung eines „feministischen Festivals am Wiener Würstelstand“.
Inhaltlich wird das Event als mehrtägiges FLINTA-Festival präsentiert. Geplant sind demnach mehrere Abende mit Musik, DJs, Performances und Community-Programm. Angekündigt werden unter anderem Live-Acts, DJ-Sets, Lesungen und sogar Drag-Wrestling. Die Veranstalter wollen den Würstelstand damit offenbar vorübergehend in einen kulturellen und politischen Aktionsraum verwandeln. Untermauert wird das mit einem aktivistischen Tonfall: Feminismus sei „unser aller Bier“, und ein solcher Ort passe perfekt zu einem Festival dieser Art.
Shitstorm in den Kommentaren
Genau daran entzündet sich aber der Ärger. Denn in den Kommentaren bricht ein regelrechter Shitstorm los. Für viele Nutzer ist schon die Namenswahl zu viel des Guten. Der Titel wird als vulgär, peinlich und bewusst geschmacklos empfunden. Mehrere Kommentatoren machen sich darüber lustig oder zeigen offen Abscheu. So heißt es etwa: „Einfach nur vulgär – wie immer!“ Andere schreiben: „Das klingt sowas von ekelhaft“ oder fragen schlicht: „Was is los?!“ Wieder andere stoßen sich daran, dass ausgerechnet so etwas unter dem Schlagwort Feminismus verkauft wird. Eine Nutzerin kommentiert: „Wenn das ein Mann auf seinen Foodtruck schreiben tät, wäre der Aufschrei groß. Ich als Frau find’s furchtbar.“ Auch der Vorwurf, die ganze Aktion wirke eher billig-provokant als politisch durchdacht, zieht sich durch viele Reaktionen. Ein weiterer Kommentar bringt diese Ablehnung auf den Punkt: „Ich persönlich finde es peinlich und finde auch, dass dies komplett falsch rüber kommt.“
Doch nicht nur die skurrile Namenswahl sorgt für Gegenwind. Aus einer ganz anderen Ecke kommt zusätzliche Kritik – und zwar von Veganern. Für sie ist nicht der Titel das Hauptproblem, sondern der Ort selbst. Ein feministisches Festival an einem Würstelstand, also an einem Ort, an dem Fleisch verkauft wird, halten sie für zutiefst widersprüchlich. Besonders scharf formuliert es eine Person mit den Worten: „Ein feministisches Festival gegen Ausbeutung und Unterdrückung wo gleichzeitig Lebewesen zur Ware degradiert und Ausbeutung und Unterdrückung von weiblichen und männlichen Tieren verkauft wird. Wie geht das zusammen? Gar nicht.“ Ein anderer Kommentar spottet: „Wo passt Feminismus besser hin als zu einem Würstelstand?? Lol Tiere ausbeuten 🤝 Feminismus also?“
Erfolgloser Verteidigungsversuch
Die Betreiber von „1000thingsinvienna“ versuchen, die Wogen zu glätten. In einem erklärenden Kommentar heißt es sinngemäß, der Titel solle bewusst provozieren, um Aufmerksamkeit zu schaffen – die eigentliche Botschaft sei jedoch wichtiger: Es gehe um “Awareness für Feminismus und das Schaffen eines Safe Spaces”.
Zudem wird betont, dass der Würstelstand auch vegetarische und vegane Optionen anbiete.
Doch dieser Rechtfertigungsversuch scheint kaum Wirkung zu zeigen. Viele Kritiker bleiben bei ihrer Haltung – sowohl jene, die den Titel als geschmacklos empfinden, als auch jene, die den Veranstaltungsort grundsätzlich ablehnen.

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