Waren im Juni 2025 noch 8272 Personen dieser Gruppe beim AMS Wien gemeldet, waren es im Juni 2026 nur noch 5111. Besonders bemerkenswert: Während diese Zahl massiv zurückging, stieg die allgemeine Arbeitslosigkeit in Wien im selben Zeitraum um 1,8 Prozent.

Deutlich stärkerer Rückgang als bei anderen Gruppen

Auch im Vergleich mit anderen Gruppen fällt der Unterschied auf, schreibt die Krone. Bei anerkannten Flüchtlingen sank die Zahl der Arbeitslosen laut AMS lediglich um 10,6 Prozent, bei Vertriebenen aus der Ukraine sogar nur um 4,3 Prozent. Beide Gruppen behalten weiterhin ihren Anspruch auf Sozialleistungen. Bei subsidiär Schutzberechtigten, deren Anspruch auf die Wiener Mindestsicherung mit 1. Jänner 2026 gestrichen wurde, fiel der Rückgang dagegen deutlich stärker aus.

Auch deutlich weniger Schulungen

Nicht nur die Zahl der Arbeitslosen ging zurück. Auch die Zahl jener subsidiär Schutzberechtigten, die sich in AMS-Schulungen befinden, sank laut den vorliegenden Daten um 45,8 Prozent.

Zuletzt war politisch argumentiert worden, dass das AMS-Jugendcollege für die Entwicklung verantwortlich sei. Die Zahlen sprechen jedoch nur teilweise dafür: Der Rückgang fiel bei unter 25-Jährigen mit 39,9 Prozent nahezu gleich hoch aus wie bei Personen über 25 Jahren (37,4 Prozent).

Reform bleibt umstritten

Die Reform sorgt weiterhin für heftige politische Debatten. Kritiker wie die Caritas warnten bereits im Vorjahr, der Wegfall der Mindestsicherung könne den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden. Die nun veröffentlichten AMS-Zahlen zeigen jedenfalls einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit und Schulungsteilnahmen unter subsidiär Schutzberechtigten – während die allgemeine Arbeitslosigkeit in Wien gleichzeitig leicht angestiegen ist.