Auslöser der Krise war der Rücktritt des beliebten Verteidigungsministers Mychailo Fedorow. Der 35-Jährige hatte nach einem Konflikt mit Syrskyj seinen Posten aufgegeben und den Richtungsstreit innerhalb der Militärführung öffentlich gemacht. Fedorow galt als Reformer und als treibende Kraft hinter den erfolgreichen ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Ziele.
Tausende gingen auf die Straße
Die Entlassung Fedorows löste im ganzen Land Proteste aus. Sechs Tage in Folge demonstrierten in Kiew und zahlreichen weiteren Städten vor allem junge Menschen. Sie forderten die Rückkehr des Ex-Verteidigungsministers und die Absetzung Syrskyjs. Selenskyj erklärte, er habe in den vergangenen Tagen intensive Gespräche mit Militärvertretern sowie mit Fedorow und Syrskyj geführt. Bereits zuvor hatte er angekündigt, auf die Stimmen der Bevölkerung zu hören.
„Angemessener Posten“ in Aussicht
Trotz der Entlassung fand Selenskyj warme Worte für den scheidenden Oberbefehlshaber. Er dankte Syrskyj für dessen Verdienste bei der Verteidigung Kiews, der Gegenoffensive im Raum Charkiw und der Militäroperation in der russischen Region Kursk. Für Fedorow ist das Kapitel Regierung offenbar noch nicht beendet. Selenskyj kündigte an, dem Ex-Verteidigungsminister einen „angemessenen Posten“ anzubieten. Künftig soll er den technologischen Bereich des Staates leiten.

Kommentare
Lädt Kommentare...