Nach seiner erstinstanzlichen Verurteilung in einem Amtsmissbrauchprozess hatte Wöginger am Montag seinen Rücktritt erklärt. Sein Mandat behält er jedoch und bleibt auch Obmann des innerhalb der Partei einflussreichen Arbeitnehmer-Bundes ÖAAB. Dem Vernehmen nach plant er, im Herbst erneut für diese Funktion zu kandidieren.
Nur wenige Stunden nach dem Finale des Linzer Amtsmissbrauchsprozesses sickerte durch, dass der breiten Öffentlichkeit kaum bekannte Langzeitparlamentarier Gödl den Klub der ÖVP leiten soll. Vor der Klubsitzung, bei der die Wahl heute früh formal erfolgt, zeigte sich der Steirer „sehr” überrascht, nominiert worden zu sein.
Abgeordnete von Wahl nicht überrascht
Für andere galt das weniger. Der langjährige Abgeordnete Johannes Schmuckenschlager zeigte sich über die Wahl nicht erstaunt, da Gödl ein sehr geschätzter Kollege und ein „solider Abgeordneter” sei. Auch der Fraktionschef der ÖVP in diversen U-Ausschüssen, Andreas Hanger, zeigte sich „nicht wirklich überrascht”. Es handele sich um eine sehr gute Lösung. Einen langfristigen Imageverlust für die ÖVP durch das Wöginger-Urteil erwartet er nicht: „Wir werden uns aufrichten und marschieren.”
Der neue Klubobmann wird sich noch heute Vormittag gemeinsam mit Stocker im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit präsentieren.

Kommentare
Lädt Kommentare...