Der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu hatte direkte Gespräche mit dem Libanon in Aussicht gestellt. In einer Erklärung von Netanyahus Büro hatte es dazu geheißen, bei den Gesprächen solle es um “die Entwaffnung der Hisbollah und die Schaffung von Friedensbeziehungen zwischen Israel und dem Libanon gehen”. Mehrere israelische Medien berichteten, dass die Gespräche schon Anfang kommender Woche beginnen könnten.

Waffenstillstand vor Gesprächen notwendig

Libanons Präsident Joseph Aoun hatte in der Vergangenheit mehrfach die Bereitschaft zu Verhandlungen mit Israel signalisiert. Ein mit der Angelegenheit vertrauter libanesischer Regierungsvertreter sagte allerdings der Nachrichtenagentur AFP, vor Gesprächen mit Israel sei ein “Waffenstillstand” nötig.

Ein Parlamentsabgeordneter der Hisbollah lehnte direkte Gespräche “mit dem israelischen Feind” in einer von den Hisbollah-Medienkanälen verbreiteten Erklärung ab. Vielmehr müsse sich Israel aus dem Libanon zurückziehen, Angriffe müssten eingestellt werden und Bewohner müssten in ihre Dörfer und Städte zurückkehren können, erklärte Ali Fayyad. Die Hisbollah ist nicht nur eine Miliz, sondern als Partei im Libanon ein maßgeblicher politischer Faktor.