14.000 Euro im Monat – das ist mehr, als ein Nationalratsabgeordneter verdient. So viel kassieren die Generalsekretäre in den beiden von den Neos geführten Ministerien. Noch im Jahr 2022 hatte der Neos-Politiker Nikolaus Scherak diese Posten als „teure Politisierung der Verwaltung” kritisiert und ihre Abschaffung in allen Ministerien gefordert. Nun leiten die Pinken das Bildungs- und das Außenministerium – und beide haben einen Generalsekretär. Diese sind mit engen Vertrauten der jeweiligen Minister besetzt. Insgesamt kosten die neun Ampel-Generalsekretäre samt Büros die Steuerzahler 1,78 Millionen Euro pro Jahr.

Vertraute an der Spitze

Bildungsminister Christoph Wiederkehr holte seinen bisherigen Kabinettschef Alexander Huber auf den Generalsekretärs-Posten – Huber war bereits in der Wiener Stadtregierung Wiederkehrs Büroleiter. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger besetzte den Job mit Nikolaus Marschik. Dazu kommt Ex-Neos-Bundesgeschäftsführer Feri Thierry, der als Stabstellenleiter für „Strategie und Planung” im Außenamt rund 12.000 Euro brutto monatlich verdient.

Auch Sepp Schellhorn wurde als Staatssekretär für Deregulierung im Außenministerium angesiedelt – eine Personalentscheidung, die bei Beobachtern ebenfalls für Stirnrunzeln sorgt.

Sonderbüro, EU-Job und mehr

Für Ex-Neos-Klubdirektor Armin Hübner wurde im Außenamt eigens ein neues „Sonderbüro” für Koordinierung eingerichtet – samt Referenten und Assistenten. Die jährliche Kosten belaufen sich dabei auf mehr als 700.000 Euro. Auch Ex-Mandatar Gerald Loacker, der die Neos zuletzt wiederholt intern kritisiert hatte, soll auf Vorschlag der Pinken einen EU-Job bekommen und Österreich im Europäischen Rechnungshof vertreten. Gleiches gilt für Scherak, der ebenfalls die eigene Partei in Regierungsverantwortung öffentlich kritisiert hatte.

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz forderte „volle Aufklärung” von Meinl-Reisinger und nannte ihre Partei kurzerhand „Postenschacherjunkies”.