Die neue INSA-Sonntagsfrage setzt die NEOS massiv unter Druck. Mit 7 Prozent liegt die Partei zwar noch über der Vier-Prozent-Hürde – doch der Trend zeigt nach unten.
Entscheidend ist vor allem ein Detail: Nur noch 3 Prozent der Befragten geben an, die NEOS fix wählen zu wollen – ein Rückgang um einen Prozentpunkt zur letzten Umfrage. Damit fehlt der Partei eine stabile Wählerbasis. Der Einzug ins Parlament ist nicht länger sicher.
Viel Potenzial – aber kaum feste Wähler
Zwar liegt das gesamte Wählerpotenzial der NEOS bei 23 Prozent. Doch diese Zahl täuscht über die reale Lage hinweg. Denn: Von diesen 23 Prozent bleiben nur 3 Prozent, die tatsächlich fest zur Partei stehen. Der Rest ist unsicher – und kann jederzeit verloren gehen.

Interner Streit spitzt sich zu
In diese fragile Lage hinein verschärfen sich die Konflikte innerhalb der Partei. NEOS-Abgeordneter Veit Dengler stellte öffentlich die Regierungsbeteiligung infrage und erklärte, er wäre diese Koalition so nicht eingegangen. Damit wurde erstmals die strategische Linie der Parteiführung offen kritisiert.
Auch bei zentralen Themen kam es zuletzt zu Spannungen: Staatssekretär Josef Schellhorn sorgte mit Vorstößen zur Lohnnebenkostensenkung und zur Wehrpflicht für Unruhe. Seine Aussagen stießen parteiintern auf Widerspruch – Generalsekretär Douglas Hoyos stellte klar, dass diese Positionen nicht der offiziellen Linie entsprechen.
NEOS-Vizeklubchef Nikolaus Scherak warnte in diesem Zusammenhang vor wachsender Politikverdrossenheit.

Regierungskurs wird zur Belastung
Der Konflikt hat einen gemeinsamen Kern: den Preis des Mitregierens. Parteichefin Beate Meinl-Reisinger hatte selbst eingeräumt, dass die Regierungsarbeit die NEOS Stimmen kostet. Zu viele Kompromisse, zu wenig klare Linie – so die Kritik, die nun auch intern lauter wird.
Für eine Partei, die stark über Profil und Abgrenzung funktioniert, ist das ein strukturelles Problem. Kippt jetzt die Stimmung?
Noch liegen die NEOS über der Mandatsschwelle. Doch die Umfrage zeigt: Der Boden unter der Partei wird dünner. Wenn sich der interne Streit verschärft und unsichere Wähler abspringen, könnte aus einer Delle rasch eine existenzielle Krise werden. Der Wiedereinzug ins Parlament ist keine Selbstverständlichkeit mehr.

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