Der von der Regierung eingerichtete „Fonds zur Armutsbekämpfung“ sollte ursprünglich ganz ohne staatliche Budgetmittel auskommen. Stattdessen setzte das Sozialministerium von SPÖ-Ministerin Korinna Schumann auf freiwillige Zuwendungen aus der Bevölkerung – etwa durch Schenkungen, Erbschaften oder Vermächtnisse.
Die Bilanz fällt nun vernichtend aus: Laut einer parlamentarischen Anfrage der Grünen landete seit der Einrichtung des Fonds kein einziger Euro im Topf. Projekte konnten daher bisher auch nicht gefördert werden.

Scharfe Kritik kommt vom grünen Sozialsprecher Markus Koza. Er sieht sich durch die aktuellen Zahlen bestätigt. Der Fonds sei von Beginn an „vollkommen falsch“ konstruiert gewesen. Es könne nicht Aufgabe des Staates sein, mit privaten Hilfsorganisationen um Spenden und Zuwendungen zu konkurrieren, erklärte Koza.
Regierung zieht die Reißleine
Während die erhofften privaten Geldgeber ausblieben, zieht die Regierung nun die Reißleine. Laut Anfragebeantwortung sollen zwischen 2026 und 2028 insgesamt 30 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln in den Fonds fließen. Geplant sind jeweils zehn Millionen Euro pro Jahr. Eine erste Einzahlung von einer Million Euro wurde bereits vorgenommen.
Mit dem Geld sollen neue Projekte zur Unterstützung sozial benachteiligter Menschen angeschoben werden. Langfristig sollen diese Programme nach der Anschubfinanzierung eigenständig weiterlaufen und damit das staatliche Budget entlasten.
Für die Opposition bleibt dennoch ein bitteres Fazit: Ein Jahr sei mit einem Fonds verloren gegangen, der von Anfang an auf unrealistischen Erwartungen aufgebaut gewesen sei.

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