Besonders verärgert zeigt sich die Volkspartei über Marterbauers „Danke für nichts“-Sager in Richtung der schwarz-grünen Vorgängerregierung. Für Marchetti ist das nichts anderes als eine „Blendgranate“, um von unbequemen Wahrheiten abzulenken. Schließlich habe die SPÖ zahlreiche milliardenschwere Corona-Maßnahmen selbst mitgetragen und sogar noch höhere Ausgaben gefordert, erklärt der ÖVP-Politiker im Gespräch mit Heute.

„Schuldenmeister der Republik“

Auch beim Thema Schulden legt die ÖVP nach. Marchetti verweist auf das rot regierte Wien, das er als „Schuldenmeister der Republik“ bezeichnet. Die Verbindlichkeiten der Bundeshauptstadt hätten sich in den vergangenen Jahren massiv erhöht und könnten bis 2030 auf fast 30 Milliarden Euro anwachsen. Von Kritik an den eigenen Parteifreunden sei bei Marterbauer jedoch nichts zu hören.

Abschaffung des Dieselprivilegs

Besonders brisant wird die Debatte aber beim Thema Spritpreise. Angesichts der hohen Rohölpreise warnt Marchetti eindringlich vor Überlegungen, das Dieselprivileg abzuschaffen, also die steuerliche Bevorzugung des Kraftstoffs gegenüber Benzin. Eine solche Maßnahme wäre „ein Schlag ins Gesicht für Pendler und Familien“, die auf das Auto angewiesen seien. Die ÖVP sieht darin die Gefahr eines neuen Sprit-Schocks für hunderttausende Autofahrer.

Zunehmend angespannte Stimmung

Damit verschärft sich der Ton innerhalb der Koalition weiter. Nach den heftigen Budget-Debatten und den gegenseitigen Schuldzuweisungen scheint die Stimmung zwischen SPÖ und ÖVP zunehmend angespannt. Und die nächste Auseinandersetzung lässt wohl nicht lange auf sich warten.