In der Frage der Wehrdienstreform appellierte sie gemeinsam mit ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti an die anderen Parteien, sich auf ein Modell festzulegen. In beiden Fällen drängt aufgrund der demografischen Entwicklung die Zeit.
Bauer und Marchetti verwiesen auf die von der Wehrdienstkommission entwickelten Modelle. Die ÖVP bevorzugt dabei die Variante „Österreich plus”, die einen achtmonatigen Grundwehrdienst und zwei Monate verpflichtende Milizübungen vorsieht. Marchetti hofft, dass in diesem Fall „die Vernunft siegt”, denn auch die Vertreter von NEOS und SPÖ hätten sich dazu bereits positiv geäußert. Bei den Koalitionsgesprächen darüber sei man derzeit im Finale, hieß es. Noch habe sich aber keine Partei aus der Deckung getraut.
Kein „nice to have"
Entsprechend drängt die Kanzlerpartei auch weiterhin auf eine Zivildienstreform. Diese Leistung sei keine „nice-to-have“-Lösung, sondern eine „tragende Säule“ des Sozial- und Gesundheitssystems, betonte Bauer. Aufgrund der geringen Geburtenrate in Österreich drohen die kommenden Jahrgänge drastisch kleiner zu werden. „Das ist keine politische Meinung, das ist demografische Realität“, betonte die Kanzleramtsministerin. Grundwehrdienst und Zivildienst gehörten zusammen und müssten daher gemeinsam gedacht werden.
Öffentlich Druck machen will die ÖVP zusätzlich durch eine „Allianz für den Zivildienst”. Die Kampagne soll am Freitag, dem „Tag der Arbeit“, starten. An diesem Tag sollte man sich nämlich auch jene Bereiche anschauen, „die das Land am Laufen halten”, meinte Marchetti.

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