Im Zentrum steht die Frage: Macht am Donnerstag ÖVP-Favorit Clemens Pig das Rennen – oder können sich die Medienmanager Markus Breitenecker oder Johannes Larcher doch noch durchsetzen?

Scharfe Kritik an „Audienzen“

Vor allem die Opposition geht auf die Barrikaden. Grünen-Mediensprecherin Sigi Maurer spricht von einer regelrechten „Farce“. Besonders empört zeigt sie sich über politische Wortmeldungen zugunsten einzelner Kandidaten. „Es ist eine Farce, dass sich alle Regierungsparteien bemüßigt fühlen, ihre Favoriten zu kommentieren, oder sogar Audienzen abzuhalten, wie es der Bundeskanzler tut“, kritisiert Maurer. Auch die NEOS wollen von Einflussnahmen nichts wissen. Mediensprecherin Henrike Brandstötter betont, man werde den dem Lager zugerechneten Stiftungsräten „sicher keine Empfehlungen geben“, schreibt die Krone.

FPÖ spricht von „Beutezug“

Noch schärfer formuliert es FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker. Für ihn ist die Entscheidung längst gefallen: ÖVP und SPÖ hätten die Spitzenposten im ORF bereits untereinander aufgeteilt. Er spricht von einem „Beutezug“ und attackiert das System rund um die ORF-Führung: Der Stiftungsrat müsse die politischen Wünsche nur noch abnicken, während „der Bürger mit der Zwangsgebühr“ dafür zahlen müsse.

Gehaltsdebatte flammt wieder auf

Mitten im Machtkampf wird auch das Thema ORF-Gehälter wieder heiß diskutiert. SPÖ-Mediensprecher Klaus Seltenheim fordert eine Obergrenze für Spitzenverdiener im Staatsbereich. „In einem Staats-Betrieb darf meiner Meinung nach niemand mehr verdienen als der Bundespräsident“, stellt Seltenheim klar.

Entscheidung am Donnerstag

Am Donnerstag fällt schließlich die Entscheidung über die Nachfolge von Roland Weißmann. Noch bevor der neue ORF-Chef gewählt ist, sorgt die Bestellung für heftigen politischen Streit. Die Vorwürfe reichen von parteipolitischer Einflussnahme über Postenschacher bis hin zu Kritik an der Finanzierung durch die umstrittene Haushaltsabgabe. Gute Vorzeichen für einen gelungenen Start sind das nicht.