Es ist ein unüberhörbares „Nein“ aus dem Vatikan: Am vergangenen Montag ist auf den Webseiten des Vatikans ein hochbrisanter Brief von Kardinal Víctor Manuel Fernández, dem Präfekten des Glaubensdikasteriums, aufgetaucht. Der Brief stammt aus November 2024 und ist an Bischof Stephan Ackermann, den Leiter der Liturgiekommission der deutschen Bischöfe, adressiert. Dort erteilt der Kardinal dem deutschen „Segen für alle“ eine klare Absage.
Progressiver Münchner Erzbischof erlaubte Segensfeiern offiziell
Der Hintergrund: In einem Brief vom April ermutigte der progressive Münchner Kardinal und frühere Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, seine Seelsorger, Segnungsfeiern für homosexuelle Paare durchzuführen. Das verstößt jedoch gegen die Lehre der katholischen Kirche. Diese lautet: Jede Einzelperson – ganz egal, ob queer, schwul, lesbisch oder hetero – kann einen Segen erhalten. Ein homosexuelles Paar kann jedoch nicht gesegnet werden, weil die Kirche einer sexuellen Beziehung außerhalb einer Ehe zwischen Mann und Frau keinen Segen geben kann. Das betrifft etwa auch ein heterosexuelles Paar, dass unverheiratet zusammenlebt.

Kirche kann „Verbindungen“ nicht segnen, die vorgeben, „eine Ehe zu sein“
Fernández zitiert in seinem Brief gleich mehrfach aus „Fiducia Supplicans” – ausgerechnet jenem Dokument, auf das sich die deutschen Bischöfe für ihren umstrittenen Regenbogensegen berufen. Ein bemerkenswerter Eigentreffer: Denn genau dieses Papier verbietet in Wahrheit explizit das, was die Bischöfe da munter praktizieren.
Der entscheidende Satz, den Fernández ins Treffen führt, lässt an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Die Erklärung Fiducia supplicans stellt fest, dass „die Kirche nicht die Vollmacht hat, ihren liturgischen Segen zu spenden, wenn dieser in irgendeiner Weise eine Form der Legitimierung einer Verbindung darstellen könnte, die vorgibt, eine Ehe zu sein, oder einer außerehelichen sexuellen Praxis“ (Nr. 11), und auch nicht denen, „die die Legitimierung ihres eigenen Status beanspruchen“ (vgl. Nr. 31). Das ist ein Auszug aus dem in italienisch verfassten Brief, den der katholische Theologe und Publizist David Berger ins Deutsche übersetzte. Berger ist selbst ist schwul.
Lüge: Progressive deutsche Bischöfe sagten, Segen sei in Einklang mit Rom
Eine Absage an katholische Segensfeiern für homosexuelle Paare kam auch vom Papst. Auf der Rückreise von seiner Afrika-Reise Ende April stellte eine ARD-Korrespondentin Papst Leo die entscheidende Frage – und der neue Pontifex ließ keinen Zweifel: Der Heilige Stuhl lehnt ritualisierte Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare ab, die über das hinausgehen, was sein Vorgänger Franziskus 2023 erlaubt hatte.
Klarer geht’s nicht mehr. Deutsche progressive Bischöfe behaupteten in der Vergangenheit immer wieder, ihre Version der Segensfeier sei in Einklang mit Rom. Nach der jüngsten Ansage des Papstes und dem Brief von Kardinal Fernández entpuppen sich die Aussagen der Bischöfe als glatte Lüge.

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