Am Samstag ging die Pride-Parade in Wien über die Bühne, oder besser: über den Ring. Bei strahlendem Sonnenschein zogen rund 300.000 Meschen die Ringstraße entlang, feierten, lachten, tanzten und genossen das musikalische Rahmenprogramm mit JJ, Conchita Wurst und Mel C von den Space Girls. Neben Fußmärschen fuhren auch etliche LKW mit fröhlich Feiernden über den Ring. Und hier stach besonders ein Truck ins Auge: der des Wiener Gesundheitsverbundes.

Bereits zum dritten Mal nahm der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) mit einem Truck an der Pride teil. Bereits einen Tag vor der Regenbogenparade war der WIGEV auf der LGBTIQ-Job-Info-Messe mit einem Infostand vertreten. Auch ein Werbevideo gibt es vom Gesundheitsverbund, in dem betont wird, dass in WIGEV-Spitälern „Diversität nicht nur am Blatt Papier steht, sondern hier Diversität gelebt wird”. Prinzipiell nicht schlecht, doch dieses Engagement und vor allem die Teilnahme mit einem eigenen Truck verwundert, da der WIGEV gebetsmühlenartig wiederholt, er habe kein Geld, kein Personal und wie hinlänglich bekannt, auch nicht ausreichend Betten für die Patienten zur Verfügung.








Besonders prekär war die Lage in der Klinik Ottakring und der Klinik Donaustadt, wo über 90 Prozent der Gangbett-Fälle registriert wurden. Auch der Personalmangel spitzt sich laut Stadtrechnungshof zu: Unbesetzte Arztposten haben sich mehr als verdreifacht, im Pflegebereich fehlten Anfang 2023 rund 650 Kräfte. In dem überprüften Zeitraum wurden insgesamt 363 Gefährdungsanzeigen von Mitarbeitenden eingereicht – ein massiver Anstieg, der auf gefährliche Zustände für Patienten und unerträgliche Arbeitsbedingungen hinweist.

Auch extrem lange Wartezeiten auf Operationstermine sind in Wien mittlerweile normal. So muss man etwa knapp neun Monate auf eine neue Hüfte warten. Keine Ärzte, Pfleger, Betten. Doch ausreichend Kapazitäten und Werbebudget für Diversität und Pride-Parade. Für viele Wiener nicht nachvollziehbar.

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