Christian W. Mucha, Herausgeber und Geschäftsführer von Extradienst, berichtet in seinem Newsletter von zwei Hintergrundgesprächen am Telefon mit dem ORF-Ex-General Roland Weißmann. Was der österreichische Verleger hier wiedergibt, sei kein „autorisiertes Interview“, wie er explizit unterstreicht.
Mehrere Passagen des von Mucha wiedergegebenen Gesprächs sind allerdings höchst brisant und bergen politische Sprengkraft – darunter auch eine Passage rund um den SPÖ-nahen ORF-Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer.

Vorwurf: Einflussnahme auf Produktionsvergaben?
Demnach habe Weißmann in dem Gespräch angegeben, Lederer habe versucht, „zu intervenieren, dass gewisse Produktionsfirmen zum Zug kämen“. Dies sei laut dieser Darstellung jedoch nicht gelungen; Weißmann habe dies verhindert.
Noch brisanter: Laut Muchas Wiedergabe soll Weißmann weiters behauptet haben, Lederer habe ihm in diesem Zusammenhang in Aussicht gestellt, dass er dann bald nicht mehr Generaldirektor sein werde. Dafür gebe es demnach auch einen Zeugen sowie eine entsprechende Aktnotiz.

Westenthaler spricht von „unfassbarem Skandal“
Der frühere FPÖ-Politiker und ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler spricht unterdessen auf Facebook von einem „unfassbaren Skandal“.
Wörtlich schreibt er: „Der SPÖ-Vorsitzende des ORF-Stiftungsrates Lederer hat dem ORF-Generaldirektor gedroht, dass er seinen Job verliert, wenn er nicht jene Produktionsfirmen beauftragt, die Lederer berät! […] IHR RÜCKTRITT HERR LEDERER!“
Gegenüber dem exxpress erklärte Westenthaler: „Weißmann hat laut dem Bericht von ExtraDienst bekanntgegeben, dass ihm Lederer gesagt habe, er würde nicht mehr Generaldirektor werden, wenn er nicht jene Produktionsfirmen beauftragt, die Lederer berät. Weißmann habe das abgelehnt. Offenbar war das der wahre Grund, warum Lederer Weißmann zum Rücktritt gezwungen habe.“
Lederer mit Vorwürfen konfrontiert
Der exxpress hat Lederer mit der Darstellung aus dem Mucha-Newsletter konfrontiert. Bis Redaktionsschluss lag keine Antwort vor. Später eintreffende Stellungnahmen werden berücksichtigt.

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