Der Rücktritt kommt nun doch schneller als erwartet: Thomas Prantner hat seine Funktion im ORF-Stiftungsrat mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Der Schritt erfolgt nach anhaltender Kritik und einer neuerlichen Aussprache mit dem steirischen Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ).

Noch in der vergangenen Woche hatte Prantner betont, seine Aufgabe weiter erfüllen zu wollen. Trotz öffentlicher Vorwürfe und eines ausgesprochenen Misstrauens durch den ORF-Redaktionsausschuss sah er sich im Amt bestätigt. Kunasek verwies damals darauf, dass weder straf- noch zivilrechtliche Verfahren vorliegen würden und ein unmittelbarer Eingriff in die Besetzung nicht möglich sei.

Widerstand stark gestiegen

In der politischen Landschaft wuchs jedoch der Widerstand. Vertreter von SPÖ, Grünen, NEOS und KPÖ übten scharfe Kritik und verlangten geschlossen den Rückzug. Gleichzeitig wurde auf rechtliche Möglichkeiten hingewiesen, die eine Abberufung des Stiftungsrates erlauben könnten.

Die endgültige Wende brachte ein weiteres Gespräch zwischen Prantner und Kunasek. Dabei stand die Frage im Raum, ob eine uneingeschränkte Ausübung der Funktion noch möglich sei. Anders als zuvor verneinte Prantner dies nun.

In einer Stellungnahme erklärte er, die anhaltenden Debatten und Angriffe hätten die notwendige Vertrauensbasis zerstört. Er wolle daher keinen zusätzlichen politischen Konflikt verursachen. Kunasek begrüßte den Schritt und stellte klar, dass dies auch ein Signal an andere umstrittene Mitglieder des ORF-Gremiums sein sollte. Parallel dazu soll rasch ein Nachfolger für die steirische Vertretung gefunden werden.