Wöginger hatte sein Amt unmittelbar nach einem Schuldspruch – das Urteil ist nicht rechtskräftig – zur Verfügung gestellt. Nur wenige Stunden später dürfte sich hinter den Kulissen bereits eine Einigung abgezeichnet haben.
Die Personalie Gödl kommt für viele Beobachter unerwartet. Innerhalb der Partei wird die Entscheidung als Coup von Bundeskanzler Christian Stocker gewertet. Ursprünglich soll Finanzsprecher Andreas Ottenschläger als Favorit gegolten haben, sagte dem Vernehmen nach jedoch kurzfristig ab. So fiel die Wahl schließlich auf Gödl.
Politische Laufbahn
Der 54-jährige Steirer wurde in Graz geboren und ist promovierter Jurist. Bereits früh machte er politisch auf sich aufmerksam: 1995 wurde er im Alter von nur 23 Jahren zum jüngsten Bürgermeister Österreichs gewählt. Die Gemeinde Zwaring-Pöls führte er bis 2014.
Seine politische Karriere führte ihn danach in den steirischen Landtag (2000 bis 2010), ehe er 2014 in den Bundesrat entsandt wurde. Auf Bundesebene profilierte sich Gödl zuletzt vor allem als Sicherheitssprecher der ÖVP.
Weitere Kandidaten gehandelt
Neben Gödl sollen parteiintern auch andere Namen kursiert sein. Als ernsthafte Anwärter galten dem Vernehmen nach unter anderem Generalsekretär Nico Marchetti sowie Bauernbund-Präsident Georg Strasser. Marchetti hätte die Funktion dem Vernehmen nach zwar gerne übernommen, dürfte jedoch nicht die notwendige Unterstützung innerhalb der Partei gehabt haben.

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