FPÖ-Landtagsabgeordneter Mario Jaksch spricht von einer zunehmend zentralisierten und unpersönlichen Pflegepolitik, bei der Menschlichkeit und individuelle Betreuung verloren gingen. „Alte Menschen brauchen aber keine Systempflege, sondern Nähe, Vertrauen und Menschlichkeit“, betont er.

Droht jetzt der große Umbau der Pflege im Burgenland?

Die Debatte um die Pflegepolitik im Burgenland spitzt sich weiter zu. Im Zentrum stehen die Entwicklungen rund um das Seniorenhaus Rudersdorf sowie die zunehmende Zentralisierung der Pflege. Kritiker werfen der Landesregierung vor, gewachsene Strukturen zu zerstören und Pflegeeinrichtungen immer stärker in ein staatlich gesteuertes System zu drängen.

Mario Jaksch spricht von einer „Reißbrett Pflege“, bei der Menschlichkeit und persönliche Betreuung auf der Strecke blieben. „Pflege ist kein Verwaltungsakt und ein Pflegeheim kein Parkplatz“, erklärt er. Die Pflegeoffensive des Landes werde zwar als modernes Vorzeigeprojekt präsentiert, tatsächlich entstehe aber „eine Art Pflege McDonalds: standardisiert, zentralisiert und unpersönlich“.

FPÖ-Landtagsabgeordneter Mario Jaksch
FPÖ-Landtagsabgeordneter Mario Jaksch

Kündigungshilfe aus der Zeitung?

Mitarbeiter des Seniorenhauses Rudersdorf sollen Unterstützungsangebote zur Jobsuche zuerst aus Medienberichten erfahren haben. Für Jaksch ein untragbarer Vorgang. „Es ist ein beispielloser Akt der Arroganz und ein Schlag ins Gesicht für alle Pflegekräfte im Burgenland“, sagt er.

Bereits im April hätten sich Mitarbeiter mit einem Brief an Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landesrat Leonhard Schneemann gewandt, eine Antwort sei jedoch ausgeblieben.

Die Freiheitlichen sehen darin ein weiteres Beispiel für eine zunehmend menschenferne Pflegepolitik. Jaksch wirft der Landesregierung „psychologische Kriegsführung auf dem Rücken der Schwächsten“ vor. Gleichzeitig wächst die Sorge vor einem staatlichen Pflege-Monopol und dem Verlust von Wahlfreiheit. „Empathie kann man nicht verstaatlichen“, betont Jaksch.