Im Rennen um die Nachfolge von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann nimmt die Debatte rund um die künftige ORF-Führung weiter Fahrt auf. Nachdem die Findungskommission des ORF-Stiftungsrates am Montag insgesamt 13 Bewerber als formal geeignet eingestuft hatte, laden die Neos am Dienstag zu einem eigenen Hearing ins Wiener Funkhaus.

Einzige Partei, die ein Hearing organisiert

Die Veranstaltung sorgt bereits im Vorfeld für Aufmerksamkeit. Die Neos sind die einzige Partei, die ein solches Hearing organisiert – und das, obwohl sie sich in der Vergangenheit wiederholt gegen parteipolitischen Einfluss auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgesprochen haben.

Nach Angaben der Partei wurden alle Personen eingeladen, die ihre Kandidatur öffentlich gemacht haben und die Ausschreibungskriterien erfüllen. Das Interesse an der Veranstaltung fällt jedoch deutlich geringer aus als erwartet. Nur fünf der insgesamt 13 zugelassenen Bewerber haben ihre Teilnahme zugesagt.

Die Liste der Absagen ist durchaus prominent besetzt. So werden Ex-ServusTV-Chef Robert Altenburger sowie Medienmanager Torsten Prenter dem von den Neos organisierten Hearing fernbleiben. Auch Kommunikationsprofi Ernst Primosch, die Schweizer Medienmanagerin Kathrin Ruter und Journalist Andrew Solomon haben ihre Teilnahme abgesagt. Nicht erscheinen wird zudem ORF-III-Chefin Kathrin Zierhut-Kunz. Die langjährige ORF-Mitarbeiterin Sonja Sagmeister verzichtet ebenfalls auf einen Auftritt und will stattdessen am Mittwoch vor die Medien treten. Auch exxpress-Chefredakteurin und Herausgeberin Eva Schütz hat abgesagt.

Die Wahl des neuen ORF-Generaldirektors findet am 11. Juni im Stiftungsrat statt. Bis dahin dürfte der Wettbewerb um den wichtigsten Medienposten Österreichs weiter an Intensität gewinnen.