Premier Viktor Orbán räumte in einer kurzen Ansprache vor Anhängern am Wahlabend die Niederlage ein. Nach Auszählung von 91 Prozent der Stimmen lag Magyars TISZA bei 138 der 199 Mandate. Die seit 2010 regierende Fidesz von Premier Orbán lag demnach bei 54 Sitzen, die rechtsextreme Partei Mi Hazánk bei sieben.
Orbán räumt Wahlniederlage ein
”Ungarn hat heute Geschichte geschrieben”, betonte Magyar in seiner Siegesrede am Sonntagabend vor zehntausenden Anhängern am Donauufer in Budapest. “Wir haben unsere Heimat zurückgeholt.” Noch nie habe eine Partei in Ungarn eine derart starke Legitimation erhalten, sagte er mit Hinweis auf den großen Wahlsieg und die rekordhohe Wahlbeteiligung von fast 80 Prozent.
Orbán hatte zuvor öffentlich seine Wahlniederlage eingeräumt. “Die Wahlergebnisse sind, wenn auch noch nicht endgültig, klar. Für uns sind sie schmerzhaft, aber eindeutig”, sagte er am Sonntagabend auf der Fidesz-Wahlveranstaltung. Magyar teilte auf Facebook mit, Orbán habe ihm telefonisch zum Wahlsieg gratuliert. Im bisherigen Parlament hatte Fidesz gemeinsam mit seiner Satellitenpartei KDNP (Christdemokraten) über 135 Sitze und damit über eine Zwei-Drittel-Mehrheit verfügt.
Magyar war früher selbst Fidesz-Anhänger
Der 45-jährige Magyar war früher selbst Fidesz-Anhänger und bis 2023 mit der ehemaligen Justizministerin Judit Varga verheiratet. Sein Aufstieg begann im Februar 2024 mit einem regierungskritischen Interview. Mit seiner Partei Respekt und Freiheit TISZA – die Abkürzung entspricht dem ungarischen Namen des Flusses Theiß – holte Magyar bei der EU-Wahl 2024 aus dem Stand sieben Mandate. TISZA wurde Mitglied der Europäischen Volkspartei (EVP), der auch die ÖVP angehört.
Die 199 Sitze des Parlaments in Budapest wurden für die nächsten vier Jahre in einer Kombination aus Mehrheits- und Verhältniswahlrecht vergeben. 93 Sitze werden über Parteilisten verteilt wie etwa in Österreich, 106 in den Einzelwahlkreisen wie etwa in Großbritannien. Es gilt eine Fünf-Prozent-Hürde für die Parteien für den Einzug ins Parlament. In den Einzelwahlkreisen gewinnt jener Kandidat, der die meisten Stimmen erhält.

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