Damit könnte der Parteitag Anfang Juli zu einem der größten Polizeieinsätze der vergangenen Jahre werden. In Sicherheitskreisen werden bereits Vergleiche mit den schweren Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel in Hamburg 2017 gezogen.
Angst vor Blockaden und Eskalation
Die Behörden erwarten zahlreiche Blockadeaktionen rund um das Messegelände in Erfurt. Bis zu 30 verschiedene Protestpunkte könnten laut den Planungen entstehen. Ziel vieler Demonstranten dürfte es sein, die Anreise der AfD-Delegierten massiv zu behindern oder sogar zu verhindern. Besonders brisant: Das ursprünglich als theoretisch eingestufte „Worst-Case-Szenario“ gilt laut internen Papieren inzwischen als durchaus realistisch, schreibt die Welt. Die Polizei rechnet damit, dass sich gewaltbereite Gruppen gezielt in große Demonstrationszüge mischen könnten. Befürchtet werden Angriffe auf Polizeikräfte, Einsatzfahrzeuge und Absperrungen.
Linksextreme Mobilisierung läuft in ganz Deutschland
Seit Monaten läuft die Mobilisierung gegen den Parteitag. Über Bündnisse, Aktivistennetzwerke und soziale Medien werden Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet nach Thüringen gelotst. Die Polizei geht von Hunderten Reisebussen sowie Tausenden Bahnreisenden aus. Allein am ersten Veranstaltungstag könnten bis zu 15.000 Demonstranten per Zug anreisen. Zusätzlich sorgen Aufrufe auf linksextremen Plattformen für Nervosität. Dort wird Erfurt teilweise bereits als „Tag X“ bezeichnet. In einzelnen Beiträgen ist von Dachbesetzungen und militantem Widerstand die Rede. Auch die Anreise von Aktivisten aus dem Ausland wird beworben.
Polizei rüstet sich für Ausnahmezustand
Die Sicherheitskräfte bereiten sich deshalb auf ein breites Spektrum möglicher Störungen vor – von Massenblockaden über Drohnenaktionen bis hin zu gezielten Sabotageversuchen. Selbst Hinweise auf technische Störsender werden geprüft. Für die Polizei steht damit eines fest: Der AfD-Parteitag in Erfurt könnte weit mehr werden als ein gewöhnlicher Parteikongress. Die Behörden erwarten ein politisch hoch aufgeladenes Wochenende – mit dem Potenzial für die größte Protestlage des Jahres.

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