Der Rückzug von Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche aus Salzburg hat ein politisches Nachspiel. Die Salzburger Freiheitlichen machen die „linke Stadtregierung” für den Verkauf der Stefan-Zweig-Villa am Kapuzinerberg verantwortlich — und sprechen von einer „politischen Schande”.
„Die seit Monaten von Kommunisten und Grünen unter sozialistischer Duldung und unter Mitwirkung Salzburger Journalisten befeuerte Neiddebatte zeigt nun also Wirkung”, poltert die Führungsriege rund um Landeshauptmann-Stellvertreterin Marlene Svazek. Die Stadtregierung verjage „eine der wichtigsten Traditionsfamilien aus Salzburg”.
Hintergrund: Der 83-jährige Unternehmer hatte am Kapuzinerberg einen rund 500 Meter langen Privattunnel samt unterirdischer Garage geplant — Kosten von etwa zehn Millionen Euro, die Porsche selbst getragen hätte. Gegen das Projekt formierte sich heftiger Widerstand. Eine Petition unterschrieben mehr als 19.000 Menschen, wie „oe24″ berichtet. Obwohl Stadt und Land Ende 2025 sämtliche Genehmigungen erteilt hatten, entschied sich Porsche nun zum Rückzug. Das „Paschinger Schlössl” wird derzeit über einen französischen Luxusmakler verkauft – exxpress berichtet.
„Sozialismus und Kommunismus sind Gift für den Standort"
Für die FPÖ ist der Fall ein Lehrstück. Svazek appelliert an SPÖ, Grüne und KPÖ, sich „wirtschaftspolitisch wie auch gesellschaftspolitisch um 180 Grad” zu drehen. Andernfalls drohe „der Niedergang des Wirtschaftsstandorts binnen weniger Jahre”. Wer die Leistung der Salzburger Traditionsunternehmen negiere, agiere „fernab jeglicher Verantwortung” — die SPÖ sei „in einer Führungsrolle überfordert”.
FPÖ-Klubobmann und Stadtparteiobmann Paul Dürnberger nimmt Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) in die Pflicht. Wenn es ums Verschwenden von Steuergeld gehe, sei die „rot-rot-grüne Stadtregierung” vorn dabei — „nicht jedoch in der Standort- und Wirtschaftspolitik”. Auinger müsse „diesem linken Treiben ein Ende setzen” und die Stadt durch „Impulse statt Blockade und Dynamik statt Stillstand” voranbringen.
„Ein wirtschaftlicher und kultureller Verlust"
Auch Wirtschaftskammer-Vizepräsident Norbert Ranftler ist fassungslos. „Durch den Weggang von Wolfgang Porsche entsteht kein einziger Arbeitsplatz und keine einzige leistbare Wohnung mehr in Salzburg, im Gegenteil”, warnt er. Verlorene Steuereinnahmen könne „keine KPÖ-Geldverteilaktion im Ansatz ausgleichen”. Aus marxistischer Sicht möge der Weggang eines „Superreichen” ein „kleingeistiger ideologischer Triumph” sein — für das Gemeinwesen sei er „ein wirtschaftlicher und kultureller Verlust, dem keinerlei sozialpolitischer Gewinn gegenübersteht”.

Kommentare
Lädt Kommentare...