Leonore Gewessler hat auf X scharf auf die US-Angriffe auf Venezuela reagiert – und dabei eine Formulierung gewählt, die für Diskussionen sorgt. In ihrem Beitrag schreibt sie: „Donald Trump greift #Venezuela an“ und kritisiert, ausgerechnet jener Präsident, der sich als „Friedensbringer“ feiere, lasse nun „Bomben auf ein souveränes Land fallen“.

Im zweiten Teil wird Gewessler noch deutlicher: „Berichten zufolge wurde sogar Präsident Maduro von US-Truppen außer Landes gebracht. Zurück bleiben Angst und Chaos für die Menschen in Venezuela. Dieser Angriff ist ein eklatanter Bruch des Völkerrechts und darf nicht ohne Konsequenzen bleiben.“ Und im dritten Teil folgt der Appell: Für Europa sei das ein „unmissverständliches Signal“ – „Zusammenhalt, Stärke und die Verteidigung des Völkerrechts“ seien der Auftrag.

Gewessler sieht Angst und Chaos

Genau an zwei Punkten entzündet sich nun Kritik: Erstens an der Wortwahl „Präsident Maduro“, die Maduro als legitimen Amtsinhaber bezeichnet, obwohl Gegner ihn als Kriminellen bzw. illegitimen Machthaber sehen. Zweitens an der Deutung der Lage: Gewessler stellt „Angst und Chaos“ in den Vordergrund – während zugleich Venezolaner im Exil jubeln, dass Maduro verhaftet und außer Landes gebracht wurde.

Damit prallen zwei Sichtweisen hart aufeinander: Gewessler fokussiert auf den US-Angriff und das Völkerrecht – die jubelnden Exil-Venezolaner auf das Ergebnis, nämlich den Abgang Maduros. Politisch brisant ist vor allem Gewesslers Formulierung: Wer Maduro „Präsident“ nennt, liefert jenen Angriffsfläche, die ihr vorwerfen, sie verharmlose einen Machthaber – gerade in einem Moment, in dem viele Venezolaner außerhalb des Landes seinen Sturz feiern.